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Ignite-UX Verwaltungshandbuch: für HP-UX 11i > Kapitel 4 Erstellen eines Servers für den Netzwerk-Systemstart anonymer Clients

Überlegungen zum Starten anonymer Itanium-basierender Clients

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Informationen zum PXE-Start Itanium-basierender Systeme

Wenn ein Itanium-basierendes System über das Netzwerk gestartet wird, sendet es eine PXE-Startanforderung. Das PXE-Protokoll baut auf DHCP auf. Wenn mehrere DHCP-Server zum Beantworten von PXE-Startanforderungen konfiguriert sind, kann dies zu Unstimmigkeiten führen.

Ein Itanium-basierendes System kann nicht den Server angeben, von dem Start-Services akzeptiert werden sollen. D. h., es gibt bei Itanium-basierenden Systemen keine Entsprechung für den PA-RISC Startbefehl boot lan.192.10.10.10 install. Daher ignoriert das System alle Antworten, die nicht von der IP-Adresse 192.10.10.10 kommen. Diese Funktionalität wird Server-Auswahl genannt.

Das Itanium-basierende System sendet die PXE-Startanforderung und versucht, von der ersten PXE-Antwort zu starten, die es erhält. Wenn innerhalb eines bestimmten Zeitraums keine PXE-Antworten empfangen werden, verwendet das System die erste DHCP-Antwort, die es erhält. Wenn eine dieser Antworten nicht für den Netzwerk-Systemstart geeignet ist, schlägt der PXE-Startversuch fehl, und es in der Konsole des anfordernden Systems wird eine Fehlermeldung angezeigt. Die bei PXE-Fehlern angezeigten Informationen sind normalerweise nicht ausführlich genug, um die Ursache des Problems zu bestimmen (siehe „Häufige Fehler beim Netzwerk-Systemstart“).

Für alle Netzwerke, in denen PXE-Startanforderungen von Itanium-basierenden Systemen auftreten, sollten nur DHCP-Server zum Antworten konfiguriert werden, die genügend Informationen für einen erfolgreichen Start bereitstellen. Wenn Sie einen DHCP-Server haben, der auf alle DHCP-Anforderungen antwortet, unabhängig davon, ob es sich um eine PXE-Anforderung handelt oder nicht, treten fast sicher Störungen durch die PXE-Startanforderungen von Itanium-basierenden Servern auf. Die Startanforderung schlägt fehl, wenn eine normale DHCP-Antwort auf eine PXE-Startanforderung empfangen wird.

Wenn kein Start-Server ausgewählt werden kann, kann nicht nur der Start fehlschlagen, sondern auch das falsche Betriebs­system installiert werden. PXE-Server, die mit unterschiedlichem Startinhalt in demselben Netzwerk antworten, können Unstimmigkeiten verursachen. Wenn im selben Netzwerk z. B. ein System den Start von Linux und ein anderes den Start von HP-UX unterstützt, können beide eine Antwort auf eine PXE-Startanforderung senden und der Server, der zuerst antwortet, wird verwendet. Es ist nicht vorhersehbar, welcher Server für den Start verwendet wird.

Eine Störung durch eine PXE-Anforderung von einem DHCP-Server ist ein Konfigurationsproblem beim DHCP-Server. Dieses Problem ist nicht für HP-UX oder Ignite-UX spezifisch, sondern hängt von der Art und Weise ab, in der die Firmware einen PXE-Start ausführt.

WICHTIG: Stellen Sie bei der Konfiguration von DHCP-Servern sicher, dass nur ein einziger DHCP-Server im Netzwerk für das Beantworten von PXE-Startanforderungen Itanium-basierender Systeme konfiguriert ist und dass auf dem Server HP-UX läuft, wenn Sie HP-UX installieren wollen.

Zu Beginn der Ausführung von Ignite-UX wird über eine DHCP-Anforderung eine IP-Adresse abgerufen, die ggf. für eine Installation oder Wiederherstellung verwendet wird. Ignite-UX kann zur Angabe einer Klassen-ID für diese Anforderung konfiguriert werden.

Weitere Informationen finden Sie in Anhang B, „Konfigurieren von DHCP-Services“ und auf der Hilfeseite bootpd(1M).

Einrichtung von HP-UX 11i v2 und 11i v3 Ignite-UX Server und Starthilfe-System

HP-UX 11i v2 und 11i v3 unterstützen dhcp_device_group-Optionen, die den DHCP-Systemstart mit anonymen Clients bei Itanium-basierenden Clients verbessern. Die zwei Konfigurationsschlüsselwörter re und ncid werden in einer DHCP-Gerätepool-Gruppe zu diesem Zweck verwendet.

Stellen Sie sicher, dass auf Ihrem Ignite-UX Server bzw. Ihrem Starthilfe-System mindestens HP-UX 11i v2 installiert ist.

Fügen Sie den Eintrag für Ihre Gerätepool-Gruppe in die Datei /etc/dhcptab auf Ihrem Ignite-UX Server oder auf dem Starthilfe-System ein.

Sie müssen bootpd nicht neu starten, wenn der Befehl bereits ausgeführt wird. Wenn eine neue bootp-DHCP-Anforderung empfangen wird, prüft der Befehlbootp, ob er Konfigurationsdateien erneut lesen muss. Wenn Sie erzwingen wollen, dass bootp die Konfigurationsdatei erneut liest, senden Sie ihm das Signal SIGHUP.

Das folgende Beispiel einer DHCP-Gerätegruppe bietet die beste Möglichkeit der Unterstützung anonymer Itanium-basierender Clients:

dhcp_device_group:\
    re:\
    ncid:\
    class-id="PXEClient:Arch:00002:.*":\
    lease-time=300:\
    subnet-mask=255.255.255.0:\
    addr-pool-start-address=192.168.1.10:\
    addr-pool-last-address=192.168.1.20:\
    bf=/opt/ignite/boot/nbp.efi

Die Optionen im Abschnitt dhcp_device_group haben folgende Bedeutung:

dhcp_device_group

Startet eine DHCP-Gerätepool-Gruppe für die Zuordnung eines Bereichs von IP-Adressen, die Clients mit einer übereinstimmenden class-id in ihren Startanforderungen zugewiesen werden können.

re

Eine Binäroption, die einen regulären Ausdruck, der der class-id entspricht, anstelle der standardmäßigen Literalentsprechung festlegt. Dies ist eine neue Option für HP-UX 11i v2.

ncid

Eine Binäroption, die festlegt, dass die class-id-Angabe aus Meldungsantworten entfernt werden soll. Da bootpd nicht das vollständige Intel PXE-Protokoll (Preboot Execution Environment) unterstützt, darf es in der Antwort keine class-id zurückschicken. Dies ist eine neue Option für HP-UX 11i v2.

class-id

Unterschiedliche Arten von Systemen können PXE-Startanforderungen absetzen. Z. B. können Itanium-basierende Systeme und Industriestandard-Server wie HP ProLiant Server jeweils eine PXE-Startanforderung absetzen. Es ist unwahrscheinlich, dass dieselbe Konfiguration für diese unterschiedlichen Anforderungen verwendet werden kann. Die class-id kann zum Antworten auf PXE-Anforderungen von den richtigen Clients verwendet werden, während die Anforderungen der falschen Clients ignoriert werden.

Alle Itanium-basierenden Server senden eine 32-stellige PXE-Startanforderung in folgendem Format:

PXEClient:Arch:00002:UNDI:xxxyyy

Hierbei stehen xxxyyy für die Major- und Minor-Nummern für die Version des Universal Network Device Interface.

Ein Industriestandard-Server, z. B. ein HP ProLiant Server, sendet eine PXE-Startanforderung in folgendem Format:

PXEClient:Arch:00000:UNDI:xxxyyy

Hierbei sind xxxyyy wie oben beschrieben.

Die class_id im dhcp_device_group-Beispiel oben weist den Daemon-Prozess bootpd an, nur Clients zu antworten, deren Startanforderung PXEClient:Arch:00002 gefolgt von null oder mehr beliebigen Zeichen enthält. Anforderungen von Industriestandard-Servern werden ignoriert.

Ein DHCP-Server oder Starthilfe-System, der bzw. das zum Antworten auf eine beliebige DHCP-Startanforderung konfiguriert ist, die PXEClient enthält, antwortet sowohl Itanium-basierenden Servern als auch Industriestandard-Servern. Mit einer für einen Industriestandard-Server geeigneten PXE-Antwort kann ein Itanium-basierendes System wahrscheinlich nicht gestartet werden.

lease-time

Zeitspanne in Sekunden, in der die IP-Adresse zum Starten eines Systems verwendet werden kann. Der Beispielwert ist 300 Sekunden (5 Minuten); Sie benötigen jedoch möglicherweise länger, wenn Ihr Netzwerk ausgelastet ist. Der Start in Netzwerken mit umfangreichem Datenverkehr kann 10 oder 15 Minuten dauern, da der Installationskern und das Dateisystem geladen werden müssen. Das Erhöhen der lease-time ist problematisch, da möglicherweise die für den Start verwendeten IP-Adressen ausgehen. Wenn Sie diesen Wert erhöhen, stellen Sie sicher, dass Sie über genügend IP-Adressen im Pool verfügen, um möglicherweise gleichzeitig startende Systeme zu bedienen.

subnet-mask

Die von Clients verwendete Subnetzmaske.

addr-pool-start-address

Die erste IP-Adresse für diesen Adressbereich.

addr-pool-last-address

Die letzte IP-Adresse für diesen Adressbereich.

WICHTIG: Die Verwendung der Option ncid ist von entscheidender Bedeutung, da diese Option den DHCP-Server anweist, die DHCP-class-id in der Antwort auf die Startanforderung des Clients auszuschließen. Wenn ein DHCP-Server auf eine PXE-Startanforderung antwortet und die DHCP-class-id angegeben ist, versucht der startende PXE-Client, mit dem PXE Proxy-Server auf dem gleichen Host zu kommunizieren. Da HP-UX keinen PXE Proxy-Server bereitstellt, schlägt der Systemstart fehl. Die Option ncid löst dieses Problem.

Wenn die Gerätepool-Gruppe in die Datei /etc/dhcptab eingefügt wurde, ist Ihr HP-UX 11i v2 oder 11i v3 Ignite-UX Server zum Antworten auf Anforderungen anonymer Itanium-basierender Clients konfiguriert.

WICHTIG: Der Server, der die Antwort auf die PXE-Startanforderung sendet, ist das System, bei dem der PXE-Client versucht, einen Befehl tftp für die Startdatei auszuführen. Wenn Sie mit einem anderen System als einem HP-UX System auf eine Itanium-basierende PXE-Anforderung antworten, müssen Sie die erforderlichen Startdateien verfügbar machen und auf neue Versionen von Ignite-UX aktualisieren. HP bietet für diese Art von Konfiguration keine Unterstützung.

Isolieren von Ignite-UX von nichtsteuerbaren DHCP-Servern

Wenn es in Ihrem Netzwerk DHCP-Server gibt, die Sie nicht steuern können, können Sie Ignite-UX vollständig von diesen Servern isolieren. Hierzu wird eine class-id zum Schlüsselwort dhcp_class_id im Installationsdateisystem hinzugefügt. Zusätzliche Informationen hierzu finden Sie auf den Hilfeseiten instl_adm(1M) und instl_adm(4).

Wenn der Netzwerkstartprozess abgeschlossen ist und der Installationskern ausgeführt wird, verwendet Ignite-UX erneut DHCP, um eine IP-Adresse abzurufen. Dies geschieht, weil Ignite-UX keine Möglichkeit hat, die von der Firmware verwendete IP-Adresse zu ermitteln. Sie können dieses Verhalten nutzen, um DHCP-Anforderungen von Systemen zu isolieren, die HP-UX von anderen DHCP-Server-Anforderungen starten und installieren.

Wenn Sie HP-UX 11i v2 oder 11i v3 ausführen und eine DHCP-Gerätegruppe für PXE-Anforderungen Itanium-basierender Server konfiguriert haben, können Sie diese Gerätegruppe für Isolationszwecke erneut verwenden. Wenn Sie dem Installationsdateisystem folgenden Eintrag hinzugefügt haben:

dhcp_class_id="IgniteDHCPDeviceGroup",

Sie können die class-id in der DHCP-Gerätegruppe, die auf anonyme Itanium-basierende PXE-Startanforderungen antwortet, wie folgt ändern:

class-id="PXEClient:Arch00002:.*|IgniteDHCPDeviceGroup"

WICHTIG:

Der class-id-Eintrag oben ist ein regulärer Ausdruck, der eine Antwort auf eine class-id eines Itanium-basierenden Systems ermöglicht, das einen Netzwerk-Systemstart oder eine IgniteDHCPDeviceGroup-Operation in /etc/dhcptab ausführt. Dies ist keine gültige class-id, die in einem Ignite-UX Installationsdateisystem verwendet werden kann. Bei Systemen, die eine DHCP-Gerätegruppe für die Installation anonymer Itanium-basierender Systeme verwenden, sollte is_net_info_temporary auf TRUE gesetzt sein, damit die Systeme die über DHCP nach der Installation erhaltene IP-Adresse nicht verwenden.

Da die Übereinstimmung anhand regulärer Ausdrücke überprüft wird, bedeutet | „oder“ und ermöglicht die Antwort auf eine eingehende class-id, die einem der Ausdrücke entspricht. Dieser Beispieleintrag würde das Antworten auf die anfängliche Startanforderung eines Itanium-basierenden Systems sowie alle nachfolgenden DHCP-Anforderungen während der Ausführung von Ignite-UX unterstützen.

Die DHCP-Server, die auf eine beliebige DHCP-class-id antworten, müssen neu konfiguriert oder in einem anderen Subnetz isoliert werden.

Die Informationen in diesem Abschnitt unterstützen Sie nicht bei der Isolation eines Systems, das Ignite-UX beim Versuch des Netzwerk-Systemstarts von EFI aus von anderen DHCP- oder PXE-Start-Servern startet. Diese Informationen helfen Ihnen zu verhindern, dass andere DHCP-Server mit dem installierten System kommunizieren, nachdem es bereits einen Netzwerk-Systemstart ausgeführt und einen Installationssystemkern und ein Dateisystem heruntergeladen hat.

Wenn Sie nur DHCP-Angebote eines bestimmten Servers nach dem Laden des Installationssystemkerns und des Dateisystems zulassen möchten, ziehen Sie die Verwendung des Schlüsselworts dhpc_server im Installationsdateisystem in Erwägung. Die Verwendung des Schlüsselworts dhcp_server hat keine Auswirkungen auf den EFI-/PXE-Startprozess.

Ersetzen von bootpd durch instl_bootd

Wenn Ihr Itanium-basierendes System keine DHCP-Services ausführt, ermöglicht das Ersetzen des Daemon-Prozesses bootpd durch den Daemon-Prozess instl_bootd den Netzwerkstart für registrierte und anonyme Clients sowie Itanium-basierende und PA-RISC Clients. Weitere Informationen finden Sie in Abbildung 2-7, „Entscheidungsbaum bei der Konfiguration eines Servers für den Start Itanium-basierender Systeme“ sowie in den nachfolgenden Ausführungen.

WICHTIG: Ersetzen Sie bootpd nicht durch instl_bootd, wenn Ihr Server derzeit DHCP-Services bereitstellt. Bei dieser Prozedur wird Ihr Ignite-UX Server so konfiguriert, dass instl_bootd anstelle von bootpd ausgeführt wird. Durch Ausführen der Schritte im folgenden Abschnitt stellt das System keine DHCP-Services mehr bereit.

Für die Verwendung von instl_bootd auf einem Ignite-UX Server darf der Daemon-Prozess bootpd nicht auf dem Server ausgeführt werden. Der Daemon-Prozess instl_bootd antwortet auf alle Startanforderungen von Clients. Der Daemon-Prozess instl_bootd wird normalerweise auf einer Gruppe von eindeutigen Netzwerkanschlüssen (1067/1068) ausgeführt; diese Anschlüsse werden nur zum Starten von PA-RISC Clients verwendet. In dieser Implementierung ist instl_bootd auf den bootpd-Standardanschlüssen 67/68 aktiv.

Wenn Sie bootp mit DHCP in Ihrem Netzwerk ausführen, führen Sie diese Schritte nicht aus. Der Daemon-Prozess instl_bootd antwortet auf DHCP-Anforderungen, als würde das System einen Netzwerk-Systemstart anfordern. Ziehen Sie andere Alternativen in Betracht, wenn Sie bootp mit DHCP in Ihrem Netzwerk ausführen.

Führen Sie die folgenden Schritte aus, um Ihren Ignite-UX Server so zu konfigurieren, dass instl_bootd als Ersatz für bootpd verwendet wird:

  1. Vergewissern Sie sich nach der Einrichtung Ihres Ignite-UX Servers, dass bootpd auf den Anschlüssen 67/68 inaktiviert ist; kennzeichnen Sie hierzu die folgende Zeile in der Datei /etc/inetd.conf als Kommentar:

    bootps dgram udp wait root /usr/lbin/bootpd bootpd

  2. Aktivieren Sie den Daemon-Prozess instl_bootd auf den Anschlüssen 67/68, indem Sie die folgende Zeile der Datei /etc/inetd.conf hinzufügen:

    bootps dgram udp wait root /opt/ignite/lbin/instl_bootd \ instl_bootd

  3. Starten Sie den Internet-Daemon-Prozess inetd neu, um die in Schritt 2 vorgenommenen Anschlussänderungen zu implementieren:

    /usr/sbin/inetd -c

Ihr Ignite-UX Server ist jetzt für das Antworten auf anonyme Clients konfiguriert. Weitere Informationen finden Sie auf den Hilfeseiten instl_bootd(1M) und inetd(1M).

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