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HP-UX Konfiguration der Peripheriegeräte: HP 9000 Rechner > Kapitel 2 Verwalten
von PCI-Karten mit OLARÜbersicht und Konzepte für OLAR (On-line-Ersetzen/-Hinzufügen) von PCI-Karten |
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Die Abkürzungen OLR bzw. OLA stehen für On Line Addition bzw. Replacement (Online-Ersetzen/-Hinzufügen). Diese Abkürzungen beziehen sich auf die Möglichkeit, eine PCI-E/A-Karte in einem HP-UX Rechnersystem zu ersetzen oder hinzuzufügen, das so ausgelegt ist, dass diese Funktion ausgeführt werden kann, ohne das System herunterzufahren und danach neu zu starten und ohne dass dies unbedingt Auswirkungen auf andere Systemkomponenten hat. Die Systemhardware verwendet eine Stromversorgungssteuerung auf Steckplatzbasis in Kombination mit der entsprechenden Betriebssystemunterstützung, um diese Funktion zu ermöglichen. Anfänglich sind nicht alle Zubehörkarten mit dieser Funktionalität ausgestattet, aber die Entwicklung geht dahin, dass die Funktionalität von immer mehr Karten um diese Funktion erweitert wird.
Tabelle 2-1 In diesem Abschnitt verwendete Begriffe
Beim Ersetzen einer Karte führt SAM eine Critical Resource Analysis (Analyse der kritischen Ressourcen) durch, bei der alle Anschlüsse auf der Zielkarte auf kritische Ressourcen hin überprüft werden, die beim Herunterfahren der Karte vorübergehend nicht verfügbar sind. SAM verhindert weitestgehend, dass Sie OLAR-Arbeitsschritte ausführen, die sich negativ auf andere Bereiche des Servers auswirken. In diesem Abschnitt erhalten Sie wichtige Informationen, mit deren Hilfe Sie die Fehlerquellen und Probleme beim Ausführen von OLAR-Arbeitsschritten minimieren können. Wenn Sie eine Schnittstellenkarte on-line hinzufügen, müssen Sie zunächst sicherstellen, dass die neue Karte mit dem System kompatibel ist. Jeder OLAR-fähige PCI-Steckplatz wird mit einer festgelegten Strommenge versorgt. Die Austauschkarte darf auf keinen Fall mehr als die verfügbare Strommenge erfordern. Aktuelle Systeme verfügen nur über einen Steckplatz pro Bus, der mit ausreichend Strom versorgt wird. Die Karte muss die Bus-Frequenz des Steckplatzes unterstützen. Eine PCI-Karte funktioniert bei einer Frequenz, die unter ihrer maximalen Frequenz liegt. Wenn eine Karte jedoch nur mit einer Frequenz von 33 MHz funktioniert, ist sie nicht für einen Bus mit 66 MHz geeignet. rad und SAM liefern Informationen zur Busfrequenz und zur verfügbaren Strommenge sowie weitere Daten in Bezug auf den Steckplatz. Wenn eine Austauschkarte im System hinzugefügt wird, muss der entsprechende Treiber für die Karte im Systemkern konfiguriert werden, bevor mit dem Hinzufügen begonnen wird. (In den meisten Fällen entspricht der Typ der Austauschkarte desjenigen einer bereits im System vorhandenen Karte, und der Treiber befindet sich im Systemkern.) Sollten Sie Fragen zu den vorhandenen Treibern haben, verwenden Sie den Bereich “Kernel Configuration” von SAM, um zu bestimmen, welche Treiber im Systemkern geladen sind. Befindet sich der erforderliche Treiber nicht im Systemkern, sondern handelt es sich um einen dynamisch ladbaren Treiber, muss dieser aus diesem Bereich von SAM geladen werden, bevor die OLA-Operation gestartet wird. Wenn der erforderliche Treiber weder vorhanden noch dynamisch ladbar ist, müssen Sie zum Laden des Treibers das System neu starten. Die Karte kann im heruntergefahrenen System oder on-line nach dem Neustart hinzugefügt werden.
Soll OLAR auf Ihrem System verwendet werden, müssen Sie ggf. dessen Firmware aktualisieren. Detaillierte Informationen zu diesem Thema finden Sie im Readme-Dokument für die Installation oder Aktualisierung von HP-UX 11i, das zusammen mit Ihrem HP Produkt geliefert wird. Wenn eine Schnittstellenkarte on-line ersetzt wird, muss die Austauschkarte mit der zu ersetzenden Karte übereinstimmen (dies ist die sicherste Option) oder denselben Treiber verwenden können wie die zu ersetzende Karte. Dies wird auch als Austausch baugleicher Karten bezeichnet. Diese Form des Austauschs ist unbedingt zu beachten, da die Verwendung einer ähnlichen, aber nicht identischen Karte zu unvorhersehbaren Ergebnissen führen kann. Wird zum Beispiel für die Zielkarte eine neuere Version verwendet, kann diese trotz gleicher Hardware eine aktualisierte Firmwareversion enthalten, die möglicherweise zu Konflikten mit dem aktuellen Treiber führt. Wenn eine neue Karte nicht kompatibel ist, berichten SAM oder rad, dass der Kartenbetrieb nicht wieder aufgenommen werden kann.
Die PCI-Spezifikation ermöglicht mehrere Anschlüsse auf einer einzigen physischen Karte. Ein SCSI-Bus-Adapter mit einem einzigen Anschluss kann z. B. nicht durch einen Adapter mit zwei Anschlüssen ersetzt werden. Dies gilt auch dann, wenn der zusätzliche Anschluss auf der Karte mit demjenigen auf dem ursprünglichen SCSI-Bus-Adapter identisch ist. Der Versuch, eine Karte durch eine Karte mit mehr Anschlüssen als auf der ursprünglichen Karte zu ersetzen, kann dazu führen, dass die zusätzlichen Anschlüsse von anderen Treibern angefordert werden, wenn bei aktiviertem Steckplatz (Stromversorgung aktiv) ein ioscan Befehl ausgeführt wird. Dies lässt sich nur durch einen Neustart des Systems beheben. Das Ersetzen einer noch in Betrieb befindlichen Karte kann erhebliche Auswirkungen haben. Da die Stromversorgung beim Entfernen der alten Karte und beim Einsetzen der neuen Karte unterbrochen sein muss, sind die möglichen Auswirkungen beim Herunterfahren der Kartenfunktionen zu beachten.Dies ist besonders wichtig, wenn keine zweite Backup-Karte on-line ist, die diese Funktionen bei Ausfallen der ersten Karte übernehmen kann. Beispiel:
Bei kritischen Ressourcen handelt es sich um Ressourcen, die zu einem Systemabsturz führen oder den erfolgreichen Betrieb verhindern, wenn die Ressource vorübergehend inaktiviert oder vom System getrennt wird. Wenn z. B. ein SCSI-Adapter zu ersetzen ist, der die Verbindung zu einer nicht gespiegelten Startplatte oder einem nicht gespiegelten Auslagerungsbereich herstellt, stürzt das System beim Herunterfahren der Karte ab.Bei den OLAR-Arbeitsschritten ist es unbedingt erforderlich, die Zielkarte auf kritische Ressourcen hin zu überprüfen. Außerdem sind die Auswirkungen gespiegelter Platten und anderer Gegebenheiten zu berücksichtigen. Die Kartenfunktionen können z. B. möglicherweise durch eine andere, nicht betroffene Karte übernommen werden. Glücklicherweise führt SAM automatisch eine Analyse auf kritische Ressourcen durch und bietet Ihnen auf Basis der gefundenen Daten geeignete Optionen an. Wenn sich die Arbeitsschritte auf kritische Ressourcen auswirken, können Sie die Karte austauschen, wenn der Server offline ist. Sollten sofortige Maßnahmen erforderlich sein, können Sie mit Hilfe von rad oder SAM eine Backup-Karte on-line hinzuzufügen, die als Backup-Karte konfiguriert werden kann. Danach können Sie die Zielkarte ersetzen. Beachten Sie, dass SAM Karten nur auf Folgendes analysiert:
In den meisten Fällen wechselt das System automatisch zu einer alternativen Ressource, wenn eine Karte vorübergehend inaktiviert wird. Bei einigen Subsystemen sind jedoch möglicherweise manuelle Eingriffe erforderlich. LVM (Logical Volume Manager) leitet z.B. die E/A-Daten für eine vorübergehend vom System getrennte Plattenressource automatisch an eine Spiegelplatte um. Dabei werden beim Bewältigen dieser Situation entsprechende Fehlermeldungen protokolliert.
Wenn Sie eine Karte inaktivieren und deren Funktionen von einer Backup-Karte übernommen werden, enthält das System eine einzige potentielle Fehlerquelle. Wenn die Backup-Ressource ausfällt, bevor die neue Karte on-line ist, kann dies zu einem Systemabsturz führen. Diese Gefahr lässt sich minimieren, indem die Karte für einen möglichst kurzen Zeitraum inaktiviert wird. Dies erfordert eine sorgfältige Planung und die Sammlung möglichst vollständiger Daten, bevor ein Treiber vorübergehend inaktiviert und die Stromversorgung zu einem Kartensteckplatz unterbrochen wird. Sollte eine längere Inaktivitätsphase unvermeidbar sein oder handelt es sich um ein aufgabenkritisches System, empfiehlt es sich, möglichst eine zweite Backup-Ressource zu konfigurieren. An mehreren Stufen während der meisten OLAR-Arbeitsschritte initialisiert SAM möglicherweise bestimmte Aktionen, mit denen dem System das Hinzufügen/Ersetzen einer Schnittstellenkarte mitgeteilt wird.
Vorangestellte OLAR-Skripts werden von SAM ausgeführt, um die Auswirkungen zu bestimmen und zu berichten, die sich durch eine Betriebsunterbrechung ergeben (z. B. bei Anwendungen, die auf die Ressourcen zugreifen). Außerdem wird mitgeteilt, ob ein E/A-Knoten für das Ersetzen inaktiviert werden darf. (Das Inaktivieren eines E/A-Knotens erfolgt durch die vorbereitenden OLAR-Skripts.) Vorbereitende OLAR-Skripts werden von SAM direkt vor dem Zeitpunkt ausgeführt, zu dem der Betrieb der Softwaretreiber unterbrochen wird. Dabei handelt es sich um den ersten Schritt beim Ersetzen einer PCI-Steuereinheitenkarte. Diese Skripts enthalten die Anweisungen, die zur Betriebsunterbrechung bei der Zielressource erforderlich sind, bevor der Zugriff auf das Gerät tatsächlich gestoppt wird. Ein Skript zum Vorbereiten des Kartenaustauschs (prep_replace) überprüft das Gerät z. B. auf das Vorhandensein von Token-Ring, Funktionen für hohe Verfügbarkeit, SwitchOver und/oder verfügbare Backup-Mechanismen.
Nach Starten eines vorbereitenden OLAR-Skripts werden die nachfolgenden Aktionen auf jeden Fall ausgeführt, d. h., normalerweise sind nachfolgende Befehle zu erwarten. Wenn das Skript auf Fehler trifft, wird versucht, den Betrieb an der Stelle wieder aufzunehmen, an der das Skript gestartet wurde. Nachbereitende OLAR-Skripts werden von SAM gestartet, sobald eine PCI-Karte hinzugefügt bzw. ersetzt und initialisiert wurde. Diese Skripts enthalten die Anweisungen, die zur Inbetriebnahme der neuen Karte erforderlich sind, bevor der Zugriff auf oder durch die Karte tatsächlich gestartet oder neu gestartet wird. Ein post_add-Skript kann z. B. Gerätedateien für die neue Karte und alle angeschlossenen Geräte erstellen. In diesem Abschnitt werden weitere Situationen beschrieben, die wahrscheinlich beim Ausführen der OLAR-Operationen auftreten, sowie deren geeignete Bewältigung.
Bei einer Stromversorgungsdomäne handelt es sich um eine Gruppe aus einem oder mehreren Schnittstellenkarten-Steckplätzen, die über eine einzige Einheit ein- und ausgeschaltet werden. In dieser Version gibt es keine Systeme, die mehr als einen Schnittstellenkarten-Steckplatz in einer einzigen Stromversorgungsdomäne unterstützen. Bei zukünftigen Versionen, bei denen mehrere Karten pro Stromversorgungsdomäne unterstützt werden, sorgen SAM und rad für die entsprechende Konfiguration. SAM verhindert die OLAR-Aktion für eine Karte, wenn es sich bei einer der Komponenten der Stromversorgungsdomäne um eine kritische Ressource handelt. Einige PCI-Karten stellen möglicherweise mehr als eine Funktion zur Verfügung. Diese Karten mit mehreren Anschlüssen besitzen separate Hardwarepfade für jeden Anschluss sowie den jeweiligen Hardwarepfaden zugeordnete, separate Treiber. Sowohl SAM als auch rad berücksichtigen Karten mit mehreren Anschlüssen und inaktivieren alle Anschlüsse für einen Steckplatz vorübergehend bzw. aktivieren diese wieder. SAM berücksichtigt bei der Analyse auf kritische Ressourcen alle Anschlüsse und führt bei Bedarf Skripts für alle Anschlüsse aus. Einige Treiberdesigns erstellen “virtuelle” Anschlüsse, die keiner physischen Hardware direkt entsprechen. Virtuelle Anschlüsse können normalerweise vom Treiber erkannt werden, der diese steuert. HP Fibrechannel Mass Storage Kartentreiber erstellen z. B. virtuelle Anschlüsse mit den Treibern “fcp”, “fcpdev”, “fcparray” und “fcpmux”, um die verschiedenen Aspekte des Fibrechannel-Massenspeicher-Netzwerks zu steuern, an dem sie angeschlossen sind. Sowohl bei SAM als auch bei rad werden diese virtuellen Anschlüsse nicht gesondert aufgelistet, wenn Themen behandelt werden, die sich auf die physischen Anschlüsse auswirken. Beide Typen von Anschlüssen werden jedoch nach Bedarf vorübergehend inaktiviert oder wieder aktiviert. Da virtuelle Anschlüsse von ioscan berichtet werden, erscheinen sie im Bereich “Peripheral Devices -> Cards” von SAM. Dabei wird für diese dieselbe Steckplatznummer wie für den zugehörigen physischen Anschluss angezeigt. |
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