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HP-UX Konfiguration der Peripheriegeräte: HP 9000 Rechner > Kapitel 4 Konfigurieren von Terminals und Modems

Zusätzliche Konfiguration von HP-UX für ein Modem

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Technische Dokumentation

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  1. Wenn Sie ein Modem für den einzelnen Modemanschluss auf einer Multifunktionskarte eines Rechners der Serie 800 konfigurieren, müssen Sie sicherstellen, dass der Modemanschluss nicht gesperrt ist.

    1. Drücken Sie Strg + B auf der Konsole, um den Befehlsmodus zu aktivieren. Die Eingabeaufforderung CM> wird angezeigt.

    2. Geben Sie den Befehl ur ein, um den Anschluss für den entfernten Zugriff freizugeben.

    3. Geben Sie den Befehl dr ein, um den Anschluss für den entfernten Zugriff zu inaktivieren.

    4. Geben Sie den Befehl co ein, um wieder den Konsolenmodus zu aktivieren.

  2. Geben Sie den Befehl ioscan -C tty -fn ein, um die Kartennummer, den Hardwarepfad und die Nummer des Modemanschlusses zu ermitteln.

  3. Erstellen Sie Gerätedateien für das Modem entsprechend der Kartennummer (bzw. des Hardwarepfads) und der Anschlussnummer. Sie können die Gerätedateien mit SAM (empfohlene Vorgehensweise) oder mit dem Befehl mksf erstellen. Gerätedateien für Modems haben folgendes Format:

    Tabelle 4-7 Gerätedateien für Modems

    Zugriffsmodus[1]

    Anschlusszugriff

    Format der Gerätedatei

    0

    Direktanschluss

    /dev/cuaNummerpAnschlussnr.[2]

    1

    Sendemodem[3]

    /dev/culNummerpAnschlussnr.

    2

    Empfangsmodem[3]

    /dev/ttydNummerpAnschlussnr.

    [1] Siehe mksf(1M) -a für die Treiber asio0 und muxx.

    [2] Die Kartennummer ist aus der Ausgabe von ioscan -f abgeleitet; verwenden Sie die für die tty-Klasse der Schnittstellenkarte, an die das Modem angeschlossen ist, angezeigte Nummer.

    [3] Für alle Modems erforderlich.

     
    HINWEIS: Standardmäßig erstellt mkfs eine Gerätedatei für den Zugriffsmodus 0; dieser Modus ist für Terminals geeignet. Wenn Sie eine Gerätedatei für die Modemsyntax (/dev/cua#p#) erstellen wollen, müssen Sie mksf mit der Option -i ausführen. -i wird nur für den Direktanschluss verwendet; für die Modemdateien bei Sende- oder Empfangsmodems wird diese Option nicht benötigt.

    Im Folgenden werden mit mksf Gerätedateien für einen Rechner der Serie 700 erstellt, dessen Modem an den Hardwarepfad 2/0/4 angeschlossen ist. Dabei wird je eine Datei für den Direktanschluss (-a0), für das Sendemodem (-a1) und das Empfangsmodem (-a2) erstellt.

    /usr/sbin/mksf -d asio0 -H 2/0/4 -a0 -i -v
    making cua0p0 c 1 0x000000
    /usr/sbin/mksf -d asio0 -H 2/0/4 -a1 -v
    making cul0p0 c 1 0x000001
    /usr/sbin/mksf -d asio0 -H 2/0/4 -a2 -v
    making ttyd0p0 c 1 0x000002

    Bei Rechnern der Serie 800 wird beim Erstellen der Gerätedateien für ein Modem eine zusätzliche Option benötigt: Mit dem Befehl mksf wird die Anschlussnummer für den Rechner der Serie 800 angegeben. (Im folgenden Beispiel wird statt des Hardwarepfads die Kartennummer verwendet; die Anschlussnummer lautet 2.)

  4. Vergewissern Sie sich mit dem Befehl lssf, dass die Gerätedateien erstellt wurden.

    Beispiel für Rechner der Serie 700:

    /usr/sbin/lssf /dev/cua0p0
    asio0 card instance 0 hardwired at address 2/0/4 /dev/cua0p0
    /usr/sbin/lssf /dev/cul0p0
    asio0 card instance 0 callout at address 2/0/4 /dev/cul0p0
    /usr/sbin/lssf /dev/ttyd0p0
    asio0 card instance 0 callin at address 2/0/4 /dev/cul0p0

    Beispiel für Rechner der Serie 800:

    /usr/sbin/lssf /dev/cua0p2
    mux2 card instance 0 port 2 hardwired at address 56/0 /dev/cua0p2
    /usr/sbin/lssf /dev/cul0p2
    mux2 card instance 0 port 2 callout at address 56/0 /dev/cul0p2
    /usr/sbin/lssf /dev/ttyd0p2
    mux2 card instance 0 port 2 callin at address 56/0 /dev/cul0p2
  5. Ändern Sie, solange das Modem noch nicht mit dem Anschluss verbunden ist, die Datei/etc/inittab, und fügen Sie einen getty-Eintrag für den Modemanschluss ein, der eingehende Anrufe empfangen soll. Die Einträge müssen dem Format “Kennung:Ausführungsebene:Aktion:Prozess” entsprechen; dieses Format wird unter inittab(4) auf den HP-UX Hilfeseiten beschrieben. Beispiel:

    p5:234:respawn:/usr/sbin/getty -h -t 240 ttyd2p5 9600
    • p5 ist eine Markierung zur eindeutigen Kennzeichnung des Eintrags.

    • Dieser getty-Eintrag wird ausgeführt, wenn sich das System in beiden Ausführungsebenen (1 und 2) befindet.

    • respawn weist init an, den Prozess neu zu starten, falls er aus irgendeinem Grund abgebrochen wird.

    • /usr/sbin/getty ist der Prozess, der zum Öffnen des Anschlusses und zum Anzeigen der ersten Anmeldeaufforderung verwendet wird.

    • Mit der Option -h wird sichergestellt, dass getty die Leitungsgeschwindigkeit einstellt, bevor der Anschluss zurückgesetzt wird. Dies ist notwendig, um sicherzustellen, dass das Modem korrekt funktioniert.

    • -t 240 ist eine Sicherheitsoption, die festlegt, dass der Anmeldename und das Kennwort innerhalb von 240 Sekunden eingegeben werden müssen.

    • ttyd2p5 ist das Gerät für den Modemanschluss, über den getty eingehende Anrufe empfängt. (getty vervollständigt den Gerätenamen mit dem Präfix /dev für den Anschluss.)

    • 9600 steht nicht für die Baud-Rate, sondern ist ein Zeiger auf die Datei /etc/gettydefs. Siehe auch gettydefs(4).

  6. Speichern Sie die Datei, und geben Sie anschließend den folgenden Befehl ein, um die aktualisierte Datei /etc/inittab zu aktivieren:

    /sbin/init q
  7. Soll geprüft werden, ob ein getty für den Anschluss im Status pending aktiv ist, geben Sie den Befehl ps-ef | grep ttyd2p5 (mit der Gerätedatei die für getty erstellt wurde) ein. Im Feld tty sollte ein Fragezeichen angezeigt werden.

  8. Schalten Sie das Modem ein, aber verbinden Sie es noch nicht mit dem Anschluss. Die Anzeigen DTR bzw. TR sollten nicht aufleuchten. Verbinden Sie jetzt das Modem mit dem Anschluss. DTR bzw. TR sollten jetzt aufleuchten. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass der Anschluss und nicht das Modem das Signal DTR bzw. TR setzt. Wenn die Anzeige DTR bzw. TR ständig leuchtet, ist “DTR” für das Modem auf den Signalzustand “High” konfiguriert, und die Einstellung muss geändert werden. Schlagen Sie in der Dokumentation zum Modem nach, wie Sie diese Einstellung auf “Low” ändern können.

  9. Geben Sie noch einmal den Befehl ps -ef | grep ttyd2p5 ein, um sicherzustellen, dass getty für diesen Anschluss noch immer im Status pending aktiv ist. Wenn für getty im Feld tty eine Anschlussnummer statt eines Fragezeichens angezeigt wird, ist CD (Carrier Detect) für das Modem auf den Signalzustand “High” konfiguriert. Schlagen Sie in der Dokumentation zum Modem nach, wie Sie diese Einstellung auf “Low” ändern können.

    Das Modem ist jetzt bereit zum Empfangen eingehender Anrufe.

  10. Wenn Sie das Modem für ausgehende Anrufe konfigurieren wollen, müssen Sie Einträge in die Datei /etc/uucp/Devices einfügen. (Für diese Datei steht keine HP-UX Hilfeseite zur Verfügung; gehen Sie anhand der Anleitungen in der Datei vor.)

    Ändern Sie die Datei /etc/uucp/Devices, und fügen Sie einen Eintrag für die zuvor erstellte Datei/dev/culnpp ein. Beispiel:

    ACU cul2p5 - 2400 hayes
    Direct cul2p5 - 2400 direct
  11. Nach Speichern der Datei können Sie überprüfen, ob das Modem ausgehende Anrufe verarbeiten kann. Geben Sie dazu den folgenden cu-Befehl ein:

    /usr/bin/cu -s2400 -lcul2p5 dir

    Es sollte eine Meldung angezeigt werden, die bestätigt, dass eine Verbindung aufgebaut wurde. Wenn Sie AT eingeben und die Eingabetaste drücken, antwortet das System mit der Rückmeldung OK. Ist dies nicht der Fall, so ist eventuell die Echo-Funktion des Modems inaktiviert. Geben Sie ATDT Telefonnummer ein, und hören Sie zu, ob der Wählvorgang ausgeführt wird. Wird der Wählvorgang nicht ausgeführt, schlagen Sie im Benutzerhandbuch zum Modem nach, oder lassen Sie die Modemhardware überprüfen.

    Das Modem ist jetzt bereit zum Verarbeiten ausgehender Anrufe mit dem Befehl cu -s2400 Telefonnummer.

Voraussetzungen für Modems unter HP-UX

Die Einstellung der Schalter und die Modembefehle werden in der Hardwaredokumentation zu Ihrem Modem ausführlich beschrieben. Beachten Sie die folgenden Hinweise für die Verwendung des Modems unter HP-UX:

  • Wenn Ihr HP Rechner ein DTR-Signal erzeugt, sollte das Modem dieses Signal nicht ignorieren, sondern mit einem Autoanswer-Signal antworten. Beim Abfallen des DTR-Signals vom Rechner sollte das Modem die Leitung einhängen, die automatische Antwort inaktivieren und in den Befehlsstatus zurückkehren (dies entspricht AT&D2 beim Hayes-Modemprotokoll). Das Modem sollte bei abfallendem Signal nicht für einen Hard-Reset konfiguriert werden, da manche Modems bei einem Reset kurzzeitig ein CD-Signal erzeugen. (Verwenden Sie bei Hayes-Modems nicht die Funktion AT&D3.)

  • Das Modem sollte das Signal CD (Carrier Detect) nur bestätigen, wenn ein Carrier-Signal anliegt, und beim Abfallen des Carrier-Signals das CD-Signal ebenfalls zurücknehmen (dies entspricht AT&C1 beim Hayes-Modemprotokoll.)

  • Das Modem sollte das BREAK-Signal unverändert weitergeben (“durchschleifen”), da die BREAK-Taste (Untbr) sowohl für das Unterbrechungssignal als auch für den Wechsel der Übertragungsgeschwindigkeit verwendet wird.

  • Die Übertragungsgeschwindigkeit zwischen Modem und Terminal sollte bekannt sein; bei Modem-Modem-Verbindungen kann die Geschwindigkeit jedoch automatisch zwischen den beiden Modems ausgehandelt werden (mit Hilfe der automatischen Geschwindigkeitserkennung bei den Modems). Funktionen wie die Hardwaresteuerung (CTS/RTS) und die Fehlerkorrektur sollten zunächst inaktiviert bleiben. Nachdem Sie sich vergewissert haben, dass die Kommunikation fehlerfrei funktioniert, können Sie diese Funktionen nacheinander hinzufügen.

  • Wenn die Modemverbindung aufgebaut wird, jedoch keine Daten übertragen werden, schalten Sie die Funktionen Komprimierung, Zuverlässigkeitsprüfung, MNP, PEP, LAP und andere erweiterte Funktionen aus. Konfigurieren Sie das Modem zunächst für die einfachste Kommunikation, und fügen Sie die weiteren Funktionen erst hinzu, nachdem die Übertragung funktioniert.

  • Verwenden Sie keine CCITT-Steuersignale mit dem Modem oder dem HP Rechner. Dies hat keinen Einfluss auf die Verwendung des Modems bei CCITT-Modulation oder Komprimierungsstandards wie V.22, V.32, V.22bis, V.32bis, V34, V.42 oder V.42bis.

  • Speichern Sie die Einstellungen im nichtflüchtigen Speicher des Modems, so dass diese Einstellungen auch nach einem Stromausfall wiederhergestellt werden. (Verwenden Sie bei Hayes-Modem hierzu die Funktion AT&W.)

  • Notieren Sie die Einstellungen des Modems auf einem der Arbeitsblätter in Anhang D, „Arbeitsblätter“ für den Fall, dass Sie diese später wieder benötigen.

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