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HP-UX Konfiguration der Peripheriegeräte: HP 9000 Rechner > Kapitel 4 Konfigurieren von Terminals und Modems

Fehlerbehebung bei Problemen mit Terminals

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Technische Dokumentation

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Dieser Abschnitt behandelt mögliche Probleme mit alphanumerischen Anzeige-Terminals; die beschriebenen Aktionen können jedoch auch bei Problemen mit Terminal-Emulatoren wie AdvanceLink oder Terminal-Prozessen unter X-Window (z. B. hpterm oder xterm) durchgeführt werden.

Terminal antwortet nicht

Wenn auf einem Terminal außer den über seine Tastatur eingegebenen Zeichen keine Daten angezeigt werden, kann dies verschiedene Ursachen haben. Führen Sie von einem aktiven Terminal aus die folgenden Schritte durch, um das Problem zu beheben:

  1. Überprüfen Sie den Status des Systems. Wenn das System noch aktiv ist, versuchen Sie, das Terminal zurückzusetzen.

    Wenn sich das System im Einbenutzerstatus befindet, ist die Systemkonsole das einzige aktive Terminal; andere Terminals reagieren in diesem Fall nicht. Aktivieren Sie den Mehrbenutzerstatus. Hinweise zum Ändern der Ausführungsebene finden Sie unter init(1M) auf den HP-UX Hilfeseiten.

    Überprüfen Sie die Ausführungsebene des Systems wie folgt:

     who -r
    . run-level 2 Sep 28 10 07:10 2 0 S

    Der aktuelle Status des Systems (in diesem Beispiel “run-level 2”) wird in einem grau unterlegten Feld angezeigt. Eine vollständige Beschreibung dieser Felder finden Sie auf der Hilfeseite who(1).

  2. Prüfen Sie, ob auf dem Terminal ein Editor aktiv ist. Überprüfen Sie die aktiven Prozesse, die dem nicht reagierenden Terminal zugeordnet sind, und stellen Sie fest, ob ein Editorprozess (z. B. ein aktiver vi-Prozess) darunter ist. Beispiel (mit Terminal tty0p1):

    /etc/fuser /dev/tty0p1
    oder
    ps -t tty0p1 -f

    Wenn Sie feststellen, dass auf dem Terminal ein Editorprozess aktiv ist, befindet sich dieser wahrscheinlich im Texteingabemodus. Speichern Sie die Daten in einer temporären Datei, und verlassen Sie den Editor. Wenn Sie nicht sicher sind, welchen Status die bearbeiteten Daten haben, sollten Sie diese nicht einfach speichern und den Editor beenden. Dadurch wird der momentane Inhalt der Datei durch unbekannte Daten überschrieben. Speichern Sie die Daten in einer temporären Datei, so dass Sie sowohl auf die Originaldaten als auch auf die geänderten Daten zugreifen können. Falls keine andere Möglichkeit besteht, beenden Sie den Editorprozess mit dem Befehl kill von der Konsole aus (siehe Schritt 8.)

  3. Drücken Sie die Tastenkombination Strg+Q auf der Tastatur des Terminals. Wenn die Ausgabe an das nicht reagierende Terminal durch ein vom Terminal an den Rechner gesendetes XOFF-Signal (Strg-S) gestoppt wurde, können Sie das Terminal mit einem XON-Signal (Strg-Q) erneut starten.

    Ist ein Anwendungsprogramm in eine Endlosschleife geraten oder funktioniert es nicht richtig, drücken Sie die Taste Untbr und anschließend Strg+C, um wieder eine Shell-Eingabeaufforderung anzuzeigen.

    Falls das nicht reagierende Terminal eine andere Tastenkombination als Strg+C als Unterbrechungszeichen verwendet, stellen Sie fest, welche Tastenfolge dies ist. Melden Sie sich dazu auf einem anderen Terminal an, und geben Sie den Befehl stty -a mit der Gerätedatei des nicht reagierenden Terminals ein. Verwenden Sie den stty-Befehl nur mit Gerätedateien für aktive Terminal-Gerätedateien. Mit dem Befehl who können Sie feststellen, welche Gerätedateien aktiv sind. Wenn Sie stty mit einer nicht aktiven Gerätedatei verwenden, blockiert das Terminal, von dem aus Sie den Befehl eingeben. Beispiel:

    stty -a < /dev/tty0p1

    Vergleichen Sie die in der Ausgabe von stty angezeigte Übertragungsgeschwindigkeit mit der auf dem Terminal eingestellten. Diese Geschwindigkeiten sollten übereinstimmen.

  4. Setzen Sie das Terminal zurück. Drücken Sie bei einem HP Terminal die Tastenkombination Shift+Reset. Wenn das Terminal in einem ungewöhnlichen Status blockiert, schalten Sie es aus, und warten Sie einige Sekunden, bevor Sie es wieder einschalten. Auf diese Weise wird das Terminal zurückgesetzt. Vielseitigere Möglichkeiten zum Zurücksetzen des Terminals werden eventuell im Benutzerhandbuch zum Terminal beschrieben. Eventuell müssen Sie mit dem Befehl tabs die Tabulatorpositionen neu festlegen.

  5. Verwenden Sie bei einem HP Terminal die Menütasten zum Ermitteln der konfigurierten Modi.

    • Ist der Modus EXTERNER RECHNER* eingeschaltet? Aktivieren Sie diesen Modus.

    • Ist der BLOCK MODUS* eingeschaltet? Inaktivieren Sie diesen Modus.

    • Ist der Modus ZEILE ÄNDERN* eingeschaltet? Inaktivieren Sie diesen Modus.

    • Ist der Modus ALLES ÄNDERN* eingeschaltet? Inaktivieren Sie diesen Modus.

  6. Überprüfen Sie die Kabelverbindung zum Terminal, und stellen Sie sicher, dass alle Kabel fest an der richtigen Position angeschlossen sind. Die Schnittstellenkarten müssen fest eingebaut, das Netzkabel richtig eingesteckt und das Terminal eingeschaltet sein.

  7. Übertragen Sie eine kurze ASCII-Datei an die Gerätedatei des nicht reagierenden Terminals. Starten Sie diesen Befehl im Hintergrund, um sicherzustellen, dass das momentan verwendete Terminal aktiv bleibt. Wenn das betreffende Terminal z. B. der Gerätedatei ttyd1p4 zugeordnet ist, geben Sie folgenden Befehl ein:

    cat /etc/motd > /dev/ttyd1p4 & 

    Ist das Problem gelöst, wird der Inhalt der Datei /etc/motd auf dem Terminal angezeigt, das der Datei /dev/ttyd1p4 zugeordnet ist.

  8. Beenden Sie die dem nicht reagierenden Terminal zugeordneten Prozesse mit dem Befehl kill. Verwenden Sie den Befehl kill nur mit äußerster Vorsicht, und geben Sie acht, dass Sie nicht versehentlich einen gültigen Prozess beenden, dessen Ausführung lange dauert. Überprüfen Sie zunächst, welche Prozesse auf dem System aktiv sind, wie im folgenden Beispiel gezeigt: Zum Beenden aller Prozesse, die einem bestimmten tty -Gerät (z.B. ttyd2p5) zugeordnet sind, geben Sie den Befehl kill und die entsprechende Prozesskennung (PID) ein. Verwenden Sie für kill-Befehle die folgende Reihenfolge: kill -15, kill -3, kill -1, kill -9. (Eine Beschreibung dieser Befehle finden Sie auf der HP-UX Hilfeseite signal(5).)

    ps -ef
    UID PID PPID C STIME TTY TIME COMMAND
    ...
    root 94 1 0 Jul 20 tty0p5 0:00 /usr/sbin/getty -h tty0p5 9600
    root 14517 1 0 Jul 21 ttyd1p4 0:01 -csh [csh]
    jaz 20133 1 0 11:20:24 ttyd2p5 0:00 -csh [csh]
    root 22147 1 0 13:33:45 ? 0:00 /etc/getty -h ttyd2p3 9600
    jaz 21234 20133 0 12:22:05 ttyd2p5 0:01 rlogin remote
    jaz 21235 21234 0 12:22:12 ttyd2p5 0:04 rlogin remote

    kill -15 21235 21234 20133

    Sobald die Prozesse beendet sind, startet init einen neuen getty-Prozess für dieses Terminal (sofern der entsprechende Eintrag in /etc/inittab die Angabe respawn enthält).

  9. Überprüfen Sie die Parameter der Gerätedatei des nicht reagierenden Terminals. Wie für alle Dateien gibt es auch für Gerätedateien bestimmte Zugriffsberechtigungen. Diese müssen so gesetzt sein, dass Sie Zugriff auf die Datei haben. Für die Gerätedatei eines Terminals sollte die Berechtigung beispielsweise auf 622 (crwww-) gesetzt sein. Vergewissern Sie sich, dass es sich bei der Datei um eine zeichenorientierte Gerätedatei handelt.

  10. Vergewissern Sie sich, dass Ihre inittab-Einträge aktiv sind. Damit init seine Initialisierungstabellen aus der Datei /etc/inittab aktualisiert, geben Sie den Befehl init q ein.

  11. Vergewissern Sie sich, dass die Dateien/dev/muxn und /dev/tty vorhanden sind./dev/muxn ist die der Schnittstellenkarte zugeordnete Gerätedatei. /dev/tty ist ein Pseudogerät, über das häufig auf das Anmelde-Terminal verwiesen wird.

  12. Überprüfen Sie die Funktionalität Ihrer Hardware.

    1. Wenn das betroffene Terminal eine Selbsttestfunktion bietet, führen Sie diese jetzt aus. Hat Ihr Terminal keine solche Funktion, schalten Sie das Terminal aus. Warten Sie einige Sekunden, und schalten Sie das Terminal anschließend wieder ein.

    2. Wechseln Sie das nicht reagierende Terminal gegen ein anderes aus, von dem Sie wissen, dass es funktioniert. Tauschen Sie nur das Terminal und die Tastatur aus, und schließen Sie das funktionsfähige Terminal an dasselbe Kabel an, das für das nicht reagierende Terminal verwendet wurde. Schließen Sie das nicht reagierende Terminal an das Kabel des funktionsfähigen Terminals an, und stellen Sie fest, welches der beiden Terminals funktioniert.

      Falls das funktionsfähige Terminal jetzt nicht funktioniert, das nicht reagierende Terminal aber jetzt richtig arbeitet, liegt das Problem nicht am Terminal selbst.

    3. Überprüfen Sie das Kabel zwischen dem nicht reagierenden Terminal und dem Rechner. Tauschen Sie das Kabel gegen ein funktionsfähiges aus. Falls das Problem hierdurch behoben wird, ist das Kabel defekt oder falsch verdrahtet. Ist das Problem nicht behoben, so liegt eventuell ein Fehler beim Mux, beim Anschluss oder bei der Schnittstellenkarte vor.

    4. Bei Multiplexern der Serie 800 können in folgenden Fällen Probleme auftreten:

      • Wenn /dev/muxn gelöscht wird oder falsche Zugriffsberechtigungen aufweist.

      • Wenn die zu ladende Firmware gelöscht wird oder falsche Zugriffsberechtigungen aufweist.

      • Wenn /sbin/dasetup nicht von /etc/inittab gestartet wird. dasetup sollte ausschließlich von inittab gestartet werden. Starten Sie dieses Programm nur im Einbenutzermodus.

Fehlerhafte Anzeige auf dem Terminal-Bildschirm

Wenn eine Mischung fehlerhafter und korrekter Daten auf dem Bildschirm angezeigt wird, könnte dies folgende Ursachen haben:

  • Störungen auf der Datenleitung aus einem der folgenden Gründe:

    • Das RS-232-C-Kabel ist zu lang (die empfohlene Länge beträgt maximal 15 Meter bei 9.600 Baud).

    • Das Datenkabel verläuft zu dicht an Geräten, die elektrische Störsignale aussenden (z. B. Motoren).

    • Die Leitungen im Kabel sind teilweise kurzgeschlossen oder gebrochen.

    • Die Qualität der Telefonverbindung reicht nicht aus.

  • Es liegt ein Hardwareproblem mit einem Modem, einer Schnittstellenkarte oder dem Terminal selbst vor.

  • Das Ein-/Ausgabeprogramm sendet ungültige Daten.

  • Die FUNKT ANZEIGE* des Terminals ist aktiviert (dadurch werden Steuerzeichen angezeigt, die normalerweise nicht sichtbar sind).

  • Es wird eine Nicht-ASCII-Datei auf dem Bildschirm angezeigt.

Wenn ausschließlich fehlerhafte Daten angezeigt werden, könnte dies folgende Ursachen haben:

  • Die Baud-Rate ist falsch eingestellt (sehr wahrscheinlich). Wenn die Übertragungsgeschwindigkeit Ihres Terminals nicht mit der vom stty-Befehl angegebenen übereinstimmt, erscheinen auf dem Bildschirm nur fehlerhafte Zeichen.

    Falls Sie sich noch nicht angemeldet haben, drücken Sie die Taste Untbr und anschließend zweimal die Eingabetaste. Dies bewirkt, dass getty möglichst den nächsten Eintrag in /etc/gettydefs verwendet. Normalerweise ist die Datei gettydefs so aufgebaut, dass nach Drücken der Taste Untbr getty möglichst die nächste in /etc/gettydefs angegebene Übertragungsgeschwindigkeit verwendet. Wenn diese Geschwindigkeit mit der des Terminals übereinstimmt, wird die Anmeldeaufforderung login angezeigt.

  • Die erzeugte und die geprüfte Parität stimmen nicht überein. Ermitteln Sie die richtigen Einstellungen für Ihr Terminal mit dem Befehl stty.

  • Die Umgebungsvariable TERM ist falsch eingestellt. Wenn Sie ein HP Terminal verwenden, stellen Sie die Variable TERM auf den Wert hp ein (mit Hilfe des Shell-Befehls set).

  • Ein laufender Prozess erzeugt eine fehlerhafte Ausgabe.

  • Das Kabel ist falsch verdrahtet, oder es liegt eine Leitungsstörung vor.

  • Es liegt ein Hardwarefehler bei der Schnittstellenkarte, dem Modem, dem Mux- oder einem anderen Gerät vor.

Die Umgebungsvariable TERM wird für die Kompatibilität der Software mit dem Terminal benötigt. Zum Zeitpunkt der Anmeldung liest die HP-UX Software die Einstellung von terminfo. Wenn Sie die Konfiguration während einer Terminal-Session geändert haben, müssen Sie der Software diese Änderung mitteilen, indem Sie die Variable TERM exportieren. Beispiel in einer Korn-Shell: export TERM=vt100

Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der HP-UX Hilfeseite terminfo(4).

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