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Es kann vorkommen, dass Sie ein Plattenlaufwerk an eine andere Schnittstellenkarte
anschließen (verschieben) müssen. In diesem Abschnitt
wird die Vorgehensweise beim Verschieben eines Plattenlaufwerks
erläutert.  |  |  |  |  | HINWEIS: Das Verschieben der Root-Platte bzw. einer LVM-Root-Platte
sind Sonderfälle, die im Verlauf der folgenden Prozedur
in speziellen Abschnitten erläutert werden. |  |  |  |  |
Verschieben einer Platte mit Hilfe von HP-UX-Befehlen: Sichern Sie die Daten auf der in das System
zu verschiebenden Platte. Hinweise hierzu finden Sie im Abschnitt “Sichern
von Daten” im Handbuch Verwalten von Systemen
und Arbeitsgruppen. Wenn Sie eine Root-LVM-Platte verschieben, verwenden
Sie den Befehl lvlnboot -v zum Anzeigen der aktuellen Konfiguration. Notieren
Sie diese Informationen. Beispiel: /usr/sbin/lvlnboot -v Boot Definitions for Volume Group /dev/vg00: Physical Volumes belonging in Root Volume Group: /dev/dsk/c0t6d0 (56/52.6.0) Boot Disk Root: lvol1 on: /dev/dsk/c0t6d0 Swap: lvol2 on: /dev/dsk/c0t6d0 Dump: lvol3 on: /dev/dsk/c0t6d0 |
Benachrichtigen Sie die Benutzer, dass zum Verschieben
der Platte ein Systemabschluss durchgeführt wird. Sie können
den Befehl wall und/oder die interaktiven Möglichkeiten
des Befehls shutdown verwenden, um vor dem Systemabschluss eine Rundspruchmeldung
an die Benutzer zu senden. Hinweise hierzu finden Sie unter wall(1M) oder shutdown(1M) auf
den HP-UX Hilfeseiten. Wenn es sich bei Ihrem System um einen NFS-Server handelt
und Dateisysteme auf der zu verschiebenden Platte exportiert werden,
führen Sie die folgenden Schritte durch: Melden Sie sich am NFS-Server an, und sehen
Sie in der Datei /etc/exports nach, wer die NFS-Clients sind. Hinweise hierzu
finden Sie unter exports(4) auf den HP-UX
Hilfeseiten. Benachrichtigen Sie die Benutzer der NFS-Client-Systeme,
dass die Daten auf der zu verschiebenden Platte zeitweise nicht
zur Verfügung stehen. Benutzer von plattenlosen Workstations
können ihr System während dieser Zeit gar nicht
verwenden. Hängen Sie dazu das Dateisysteme auf dem NFS-Client
aus. Hängen Sie das Dateisystem vom NFS-Client aus, da
auf dem NFS-Client sonst beim Zugriff auf die Dateien dieser Platte
NFS-Fehlermeldungen angezeigt werden. Zum Aushängen der Dateisysteme der NFS-Clients haben
Sie verschiedene Möglichkeiten: Rufen Sie den Bereich Remote Administration
in SAM auf dem NFS-Server auf, und hängen Sie die Dateisysteme über
diesen entfernten Zugriff aus. Melden Sie sich direkt auf den einzelnen NFS-Clients
an, und hängen Sie die Dateisysteme mit SAM oder über
HP-UX Befehle aus.
Im Handbuch Verwalten von Systemen und Arbeitsgruppen finden
Sie ausführliche Anleitungen zum Aushängen von
Dateisystemen. Im Handbuch Installing and Administering
NFS Services finden Sie ausführliche Erläuterungen
zu Netzwerk-Dateisystemen.
Wenn Sie eine LVM-Platte verschieben, die nicht für
das Root-Dateisystem verwendet wird, gehen Sie wie folgt vor: Geben Sie den Befehl vgdisplay -v ein, um den Inhalt der aktiven Datenträgergruppen
anzuzeigen. (Wenn Sie eine LVM-Platte verschieben, beziehen sich
die meisten LVM-Befehle auf die Datenträgergruppe, zu der
die Platte gehört.) Geben Sie den Befehl lvdisplay -v für jeden logischen Datenträger in
der Datenträgergruppe der zu verschiebenden Platte ein,
um festzustellen, welche logischen Datenträger sich über
die zu verschiebende Platte und andere Platten erstrecken. Wenn
solche Datenträger vorhanden sind, gehen Sie wie folgt
vor: Sichern Sie die Daten, und entfernen
Sie den logischen Datenträger mit dem Befehl lvremove, oder geben Sie, falls es sich um eine gespiegelte Platte handelt, den Befehl lvreduce -m 0 ein.
Geben Sie den Befehl vgchange ein, um die Datenträgergruppe, zu der die
Platte hinzugefügt werden soll, zu inaktivieren. Wenn die Platte eine gesamte Datenträgergruppe
umfasst, entfernen Sie diese mit dem Befehl vgexport aus der Konfiguration. Wenn die Platte einen Teil einer Datenträgergruppe
umfasst, geben Sie den Befehl vgreduce ein. Die Platte kann jetzt nach Wunsch verwendet werden.
Sehen Sie unter “Hardware Path” der ioscan-Ausgabe nach, um die Hardwareadresse für
die neue Position festzustellen. Stellen Sie sicher, dass Sie eine
nicht belegte Adresse für die Platte verwenden. Wenn Sie ein Plattenlaufwerk verschieben, das das root-Dateisystem
enthält und Sie die Platte weiterhin als Root verwenden
wollen, stellen Sie sicher, dass die Datei AUTO im Root-Plattenbereich keinen festcodierten Hardwarepfad
verwendet. Überprüfen Sie dies wie folgt: Stellen Sie fest, welches die Root-Platte
ist, indem Sie einen der Befehle mount oder bdf eingeben und den Eintrag / prüfen. Überprüfen Sie den Inhalt der Datei AUTO. Geben Sie den Befehl lifcp mit der Option - ein, um die Ausgabe auf dem Bildschirm anzuzeigen.
Beispiel: bdf Filesystem kbytes used avail %used Mounted on /dev/dsk/c1t6d0 1813487 467756 1164382 29% / hera:/users 3916236 2978782 545830 85% /hera/home ... /usr/bin/lifcp /dev/dsk/c1t6d0:AUTO - hpux (;0)/stand/vmunix |
Die Ausgabe von lifcp sollte wie in diesem Beispiel angezeigt werden.
Falls in der Ausgabe auf einen expliziten Hardwarepfad verwiesen
wird (z. B. hpux (56.6.0;0)/stand/vmunix), müssen Sie die Datei AUTO aktualisieren. Geben Sie hierzu den Befehl mkboot mit der Option -a ein, und überprüfen Sie die
Ergebnisse: /usr/sbin/mkboot -a "hpux (;0)/stand/vmunix" /dev/dsk/c1t6d0 /usr/bin/lifcp /dev/dsk/c1t6d0:AUTO - hpux (;0)/stand/vmunix |
Nachdem der Hardwarepfad entfernt
wurde, startet das System mit dem Pfad, der über den prozessorspezifischen
Code ausgewählt wurde. Die Angabe ;0 bedeutet, dass sich der Befehl auf die gesamte Platte
bezieht. /dev/dsk/c1t6d0 gibt die Gerätedatei für die
aktuelle Position der Root-Platte an.
 |  |  |  |  | ACHTUNG: Mit dem Befehl mkboot wird der Inhalt der Zeichenfolge für
den automatischen Systemstart überschrieben. |  |  |  |  |
Wenn Ihre Datei /stand/system einen expliziten Verweis auf die Positionen des swap-Bereichs und/oder Dump-Bereichs enthält und diese sich auf der
zu verschiebenden Platte befinden, muss der Systemkern neu erstellt
werden, damit das Betriebssystem die neuen Positionen findet: Wechseln
Sie in das Verzeichnis /stand/build. Starten Sie in diesem Verzeichnis mit dem folgenden
Befehl das Skript system_prep zur Vorbereitung des Systems. Dieses Skript extrahiert
die Systemdatei aus dem aktuellen Systemkern: cd /stand/build /usr/lbin/sysadm/system_prep -v -s system |
Das Skript system_prep schreibt die Systemdatei in Ihr aktuelles Verzeichnis (die Datei /stand/build/system wird erstellt). Über die Option -v kann während der Ausführung
des Skripts ein Erläuterungstext zu den ausgeführten
Aktionen angezeigt werden. Bearbeiten Sie die Datei /stand/build/system manuell, so dass sie auf die neuen Hardwarepfade
verweist.  |  |  |  |  | HINWEIS: Verwenden Sie bei diesem Schritt nicht den Befehl kmsystem,
sondern bearbeiten Sie die Datei direkt. |  |  |  |  |
Geben Sie den folgenden Befehl ein, um den Systemkern
neu zu erstellen: /usr/sbin/mk_kernel -s /stand/build/system |
Mit dem Befehl mk_kernel wird /stand/build/vmunix_test erstellt. Mit diesem Systemkern können
Sie anschließend die gewünschten Funktionen testen. Sichern Sie die alte Version der Systemdatei, indem
Sie diese an eine andere Position verschieben. Verschieben Sie dann
die neue Systemdatei an die richtige Position. mv /stand/system /stand/system.prev mv /stand/build/system /stand/system |
Bereiten Sie einen erneuten Systemstart durch Aufrufen
des Befehls kmupdate vor. Dadurch wird eine Markierung aktiviert, durch
die das System beim erneuten Starten den neuen Systemkern verwendet.
Führen Sie einen Systemabschluss durch, und
stoppen Sie das System mit dem Befehl /usr/sbin/shutdown -h. Schalten Sie zunächst alle Peripheriegeräte
(einschließlich des Plattenlaufwerks) und anschließend die
Systemeinheit aus. Bauen Sie die Platte von der alten Position aus und
an der neuen ein. Notieren Sie sich die neue Hardwareposition. Schalten Sie alle Peripheriegeräte wieder ein.
Warten Sie, bis diese Geräte betriebsbereit sind, und schalten
Sie dann erst die Systemeinheit ein. Wenn Sie eine Platte verschieben, die das Root-Dateisystem
enthält, müssen Sie den Hardwarepfad ändern,
der von einem nichtflüchtigen Speicher gelesen wird: Starten
Sie Ihr System, aber verhindern Sie den automatischen
Systemstart. Starten Sie das System nicht vom primären
oder alternativen Startpfad, sondern rufen Sie den Modus “Boot
Administration” auf. (Dieser Modus ist vom verwendeten
System abhängig und für Systeme der Serie 700
und 800 unterschiedlich. Die Boot-ROM-Menüs sind selbsterklärend.
Wenn Sie nicht sicher sind, welche Aktionen Sie ausführen
müssen, verwenden Sie die Hilfebefehle (Help oder ?). Bei einem System der Serie 700 starten Sie das System
mit der neuen Hardwareadresse Ihrer Root-Platte. Verwenden Sie hierzu
den Befehl Boot, und gehen Sie anschließend über
zum Programm “Initial System Loader”. Beispiel: BOOT-ADMIN> boot 2/0/1.4.0 is |
Bei einem System der Serie 800 geben Sie die neue Hardwareadresse Ihrer
Root-Platte ein, und starten Sie das System. Beispiel: Wenn die neue
Hardwareadresse 52.1 lautet, geben Sie den Befehl b 52.1 ein. Geben Sie Y auf die Eingabeaufforderung: Interact with IPL? ein. Dadurch wird das Programm “Initial
Program Loader” geladen. Geben Sie den primären Startpfad zu der neuen
Hardwareadresse im nichtflüchtigen Speicher ein. Geben
Sie hierzu den Befehl primpath auf die Eingabeaufforderung ISL> ein. Das System zeigt anschließend die
Aufforderung an, den primären Startpfad einzugeben. Überprüfen Sie den Inhalt der Datei AUTO mit dem Befehl lsautofl. In dieser Datei sollte jetzt der Eintrag hpux (;0)/stand/vmunix stehen. Geben Sie den Inhalt der Datei AUTO ein, um Ihr System zu starten. Wenn Sie eine Root-LVM-Platte
verschoben haben, rufen Sie den LVM-Wartungsmodus (“LVM
maintenance”) mit Hilfe der Option -lm auf. Beispiel: ISL> hpux boot (;0)/stand/vmunix oder ISL> hpux -lm boot (;0)/stand/vmunix |
Mit diesem Befehl wird der Systemkern des HP-UX-Systems
geladen und die Steuerung an das geladene Gerät übergeben.
Beim Starten identifiziert insf alle gefundenen Geräte (einschließlich
der verschobenen Platte) und erstellt /dev-Dateien für diese Geräte.
Melden Sie sich an. Wenn Sie eine LVM-Root-Platte verschoben haben, geben
Sie nacheinander die folgenden Befehle aus, um Zugriff auf die Root-Platte
an der neuen Position zu bekommen: Geben Sie den Befehl vgchange ein, um die Root-Datenträgergruppe wieder
zu aktivieren. Geben Sie den Befehl lvlnboot ein, um die logischen Datenträger der Datenträgergruppe
anzuzeigen. Geben Sie den Befehl lvrmboot ein, um die aktuellen Definitionen von root, swap und dump aus dem für Startdaten reservierten Bereich
der Platte zu entfernen. Geben Sie den Befehl lvlnboot ein, um root, swap und dump neu zu definieren. Verwenden Sie die Option -v, um erläuternde Meldungen auf dem Bildschirm
anzuzeigen. Geben Sie den Befehl vgchange ein, um den Root-Datenträger zu inaktivieren. Starten Sie das System neu.
Das folgende Beispiel zeigt die Eingabe, wenn “root” als lvol1, “swap” als lvol2 und “dump” als lvol3 definiert ist: /usr/sbin/vgchange -a y /dev/vg00 /usr/sbin/lvlnboot -v /usr/sbin/lvrmboot -r /dev/vg00 /usr/sbin/lvlnboot -r /dev/vg00/lvol1 /usr/sbin/lvlnboot -s /dev/vg00/lvol2 /usr/sbin/lvlnboot -d /dev/vg00/lvol3 /usr/sbin/vgchange -a n /dev/vg00 /usr/sbin/reboot |
Stellen Sie fest, welche Gerätedateien der
verschobenen Platte entsprechen. Verwenden Sie hierzu den Befehl /usr/sbin/ioscan -fun -C disk, und suchen Sie nach dem Hardwarepfad der Platte.
Notieren Sie den Namen der neuen Blockgerätedatei. Erstellen Sie eine Sicherungskopie der Datei /etc/fstab: cp /etc/fstab /etc/fstab.old |
Bearbeiten Sie die Datei /etc/fstab, und geben Sie die Blockgerätedatei der
Platte an der neuen Position an. Nachdem Sie diesen Schritt durchgeführt haben, liefert
die Datei /etc/fstab dem Befehl mount korrekte Informationen. Wenn es sich bei der verschobenen
Platte nicht um die Root-Platte handelt, können
Sie diese jetzt mit dem Befehl mount einhängen. (Falls
die verschobene Platte die Root-Platte ist,
wurde sie bereits auf andere Weise eingehängt.) Wenn Ihr System ein NFS-Server ist, hängen
Sie die Dateisysteme auf den Client-Systemen wieder ein. Verwenden
Sie hierzu den Befehl mount auf den NFS-Client-Systemen. Aktualisieren Sie alle Softwareanwendungen, die die
verschobene Platte verwenden, um sicherzustellen, dass sie auf die
neuen Gerätedateien zugreifen. Ausführliche Hinweise
hierzu finden Sie in der Dokumentation zu den Anwendungsprogrammen.
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