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HP-UX Konfiguration der Peripheriegeräte: HP 9000 Rechner > Kapitel 5 Konfigurieren von Platten, Plattensystemen und CD-ROM-Laufwerken

Verschieben einer Platte an eine andere Adresse

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Technische Dokumentation

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Es kann vorkommen, dass Sie ein Plattenlaufwerk an eine andere Schnittstellenkarte anschließen (verschieben) müssen. In diesem Abschnitt wird die Vorgehensweise beim Verschieben eines Plattenlaufwerks erläutert.

HINWEIS: Das Verschieben der Root-Platte bzw. einer LVM-Root-Platte sind Sonderfälle, die im Verlauf der folgenden Prozedur in speziellen Abschnitten erläutert werden.

Verschieben einer Platte mit Hilfe von HP-UX-Befehlen:

  1. Sichern Sie die Daten auf der in das System zu verschiebenden Platte. Hinweise hierzu finden Sie im Abschnitt “Sichern von Daten” im Handbuch Verwalten von Systemen und Arbeitsgruppen.

  2. Wenn Sie eine Root-LVM-Platte verschieben, verwenden Sie den Befehl lvlnboot -v zum Anzeigen der aktuellen Konfiguration. Notieren Sie diese Informationen. Beispiel:

    /usr/sbin/lvlnboot -v

    Boot Definitions for Volume Group /dev/vg00:
    Physical Volumes belonging in Root Volume Group:
     /dev/dsk/c0t6d0 (56/52.6.0)  Boot Disk
    Root:  lvol1 on:   /dev/dsk/c0t6d0
    Swap:  lvol2 on:   /dev/dsk/c0t6d0
    Dump:  lvol3 on:   /dev/dsk/c0t6d0
  3. Benachrichtigen Sie die Benutzer, dass zum Verschieben der Platte ein Systemabschluss durchgeführt wird. Sie können den Befehl wall und/oder die interaktiven Möglichkeiten des Befehls shutdown verwenden, um vor dem Systemabschluss eine Rundspruchmeldung an die Benutzer zu senden. Hinweise hierzu finden Sie unter wall(1M) oder shutdown(1M) auf den HP-UX Hilfeseiten.

  4. Wenn es sich bei Ihrem System um einen NFS-Server handelt und Dateisysteme auf der zu verschiebenden Platte exportiert werden, führen Sie die folgenden Schritte durch:

    1. Melden Sie sich am NFS-Server an, und sehen Sie in der Datei /etc/exports nach, wer die NFS-Clients sind. Hinweise hierzu finden Sie unter exports(4) auf den HP-UX Hilfeseiten.

    2. Benachrichtigen Sie die Benutzer der NFS-Client-Systeme, dass die Daten auf der zu verschiebenden Platte zeitweise nicht zur Verfügung stehen. Benutzer von plattenlosen Workstations können ihr System während dieser Zeit gar nicht verwenden.

    3. Hängen Sie dazu das Dateisysteme auf dem NFS-Client aus. Hängen Sie das Dateisystem vom NFS-Client aus, da auf dem NFS-Client sonst beim Zugriff auf die Dateien dieser Platte NFS-Fehlermeldungen angezeigt werden.

      Zum Aushängen der Dateisysteme der NFS-Clients haben Sie verschiedene Möglichkeiten:

      • Rufen Sie den Bereich Remote Administration in SAM auf dem NFS-Server auf, und hängen Sie die Dateisysteme über diesen entfernten Zugriff aus.

      • Melden Sie sich direkt auf den einzelnen NFS-Clients an, und hängen Sie die Dateisysteme mit SAM oder über HP-UX Befehle aus.

      Im Handbuch Verwalten von Systemen und Arbeitsgruppen finden Sie ausführliche Anleitungen zum Aushängen von Dateisystemen. Im Handbuch Installing and Administering NFS Services finden Sie ausführliche Erläuterungen zu Netzwerk-Dateisystemen.

  5. Wenn Sie eine LVM-Platte verschieben, die nicht für das Root-Dateisystem verwendet wird, gehen Sie wie folgt vor:

    1. Geben Sie den Befehl vgdisplay -v ein, um den Inhalt der aktiven Datenträgergruppen anzuzeigen. (Wenn Sie eine LVM-Platte verschieben, beziehen sich die meisten LVM-Befehle auf die Datenträgergruppe, zu der die Platte gehört.)

    2. Geben Sie den Befehl lvdisplay -v für jeden logischen Datenträger in der Datenträgergruppe der zu verschiebenden Platte ein, um festzustellen, welche logischen Datenträger sich über die zu verschiebende Platte und andere Platten erstrecken. Wenn solche Datenträger vorhanden sind, gehen Sie wie folgt vor:

      • Sichern Sie die Daten, und entfernen Sie den logischen Datenträger mit dem Befehl lvremove,

        oder geben Sie, falls es sich um eine gespiegelte Platte handelt,

      • den Befehl lvreduce -m 0 ein.

    3. Geben Sie den Befehl vgchange ein, um die Datenträgergruppe, zu der die Platte hinzugefügt werden soll, zu inaktivieren.

    4. Wenn die Platte eine gesamte Datenträgergruppe umfasst, entfernen Sie diese mit dem Befehl vgexport aus der Konfiguration.

      Wenn die Platte einen Teil einer Datenträgergruppe umfasst, geben Sie den Befehl vgreduce ein.

      Die Platte kann jetzt nach Wunsch verwendet werden.

  6. Sehen Sie unter “Hardware Path” der ioscan-Ausgabe nach, um die Hardwareadresse für die neue Position festzustellen. Stellen Sie sicher, dass Sie eine nicht belegte Adresse für die Platte verwenden.

  7. Wenn Sie ein Plattenlaufwerk verschieben, das das root-Dateisystem enthält und Sie die Platte weiterhin als Root verwenden wollen, stellen Sie sicher, dass die Datei AUTO im Root-Plattenbereich keinen festcodierten Hardwarepfad verwendet. Überprüfen Sie dies wie folgt:

    1. Stellen Sie fest, welches die Root-Platte ist, indem Sie einen der Befehle mount oder bdf eingeben und den Eintrag / prüfen.

    2. Überprüfen Sie den Inhalt der Datei AUTO. Geben Sie den Befehl lifcp mit der Option - ein, um die Ausgabe auf dem Bildschirm anzuzeigen. Beispiel:

      bdf
      Filesystem kbytes used avail %used Mounted on
      /dev/dsk/c1t6d0 1813487 467756 1164382 29% /
      hera:/users 3916236 2978782 545830 85% /hera/home
      ...
      /usr/bin/lifcp /dev/dsk/c1t6d0:AUTO -
      hpux (;0)/stand/vmunix

      Die Ausgabe von lifcp sollte wie in diesem Beispiel angezeigt werden. Falls in der Ausgabe auf einen expliziten Hardwarepfad verwiesen wird (z. B. hpux
      (56.6.0;0)/stand/vmunix
      ), müssen Sie die Datei AUTO aktualisieren. Geben Sie hierzu den Befehl mkboot mit der Option -a ein, und überprüfen Sie die Ergebnisse:

      /usr/sbin/mkboot -a "hpux (;0)/stand/vmunix" /dev/dsk/c1t6d0
      /usr/bin/lifcp /dev/dsk/c1t6d0:AUTO -
      hpux (;0)/stand/vmunix
      • Nachdem der Hardwarepfad entfernt wurde, startet das System mit dem Pfad, der über den prozessorspezifischen Code ausgewählt wurde.

      • Die Angabe ;0 bedeutet, dass sich der Befehl auf die gesamte Platte bezieht.

      • /dev/dsk/c1t6d0 gibt die Gerätedatei für die aktuelle Position der Root-Platte an.

      ACHTUNG: Mit dem Befehl mkboot wird der Inhalt der Zeichenfolge für den automatischen Systemstart überschrieben.
  8. Wenn Ihre Datei /stand/system einen expliziten Verweis auf die Positionen des swap-Bereichs und/oder Dump-Bereichs enthält und diese sich auf der zu verschiebenden Platte befinden, muss der Systemkern neu erstellt werden, damit das Betriebssystem die neuen Positionen findet:

    1. Wechseln Sie in das Verzeichnis /stand/build. Starten Sie in diesem Verzeichnis mit dem folgenden Befehl das Skript system_prep zur Vorbereitung des Systems. Dieses Skript extrahiert die Systemdatei aus dem aktuellen Systemkern:

      cd /stand/build
      /usr/lbin/sysadm/system_prep -v -s system

      Das Skript system_prep schreibt die Systemdatei in Ihr aktuelles Verzeichnis (die Datei /stand/build/system wird erstellt). Über die Option -v kann während der Ausführung des Skripts ein Erläuterungstext zu den ausgeführten Aktionen angezeigt werden.

    2. Bearbeiten Sie die Datei /stand/build/system manuell, so dass sie auf die neuen Hardwarepfade verweist.

      HINWEIS: Verwenden Sie bei diesem Schritt nicht den Befehl kmsystem, sondern bearbeiten Sie die Datei direkt.
    3. Geben Sie den folgenden Befehl ein, um den Systemkern neu zu erstellen:

      /usr/sbin/mk_kernel -s /stand/build/system

      Mit dem Befehl mk_kernel wird /stand/build/vmunix_test erstellt. Mit diesem Systemkern können Sie anschließend die gewünschten Funktionen testen.

    4. Sichern Sie die alte Version der Systemdatei, indem Sie diese an eine andere Position verschieben. Verschieben Sie dann die neue Systemdatei an die richtige Position.

      mv /stand/system /stand/system.prev
      mv /stand/build/system /stand/system
    5. Bereiten Sie einen erneuten Systemstart durch Aufrufen des Befehls kmupdate vor. Dadurch wird eine Markierung aktiviert, durch die das System beim erneuten Starten den neuen Systemkern verwendet.

      /usr/sbin/kmupdate
  9. Führen Sie einen Systemabschluss durch, und stoppen Sie das System mit dem Befehl /usr/sbin/shutdown -h.

  10. Schalten Sie zunächst alle Peripheriegeräte (einschließlich des Plattenlaufwerks) und anschließend die Systemeinheit aus.

  11. Bauen Sie die Platte von der alten Position aus und an der neuen ein. Notieren Sie sich die neue Hardwareposition.

  12. Schalten Sie alle Peripheriegeräte wieder ein. Warten Sie, bis diese Geräte betriebsbereit sind, und schalten Sie dann erst die Systemeinheit ein.

  13. Wenn Sie eine Platte verschieben, die das Root-Dateisystem enthält, müssen Sie den Hardwarepfad ändern, der von einem nichtflüchtigen Speicher gelesen wird:

    1. Starten Sie Ihr System, aber verhindern Sie den automatischen Systemstart. Starten Sie das System nicht vom primären oder alternativen Startpfad, sondern rufen Sie den Modus “Boot Administration” auf. (Dieser Modus ist vom verwendeten System abhängig und für Systeme der Serie 700 und 800 unterschiedlich. Die Boot-ROM-Menüs sind selbsterklärend. Wenn Sie nicht sicher sind, welche Aktionen Sie ausführen müssen, verwenden Sie die Hilfebefehle (Help oder ?).

    2. Bei einem System der Serie 700 starten Sie das System mit der neuen Hardwareadresse Ihrer Root-Platte. Verwenden Sie hierzu den Befehl Boot, und gehen Sie anschließend über zum Programm “Initial System Loader”. Beispiel:

      BOOT-ADMIN> boot 2/0/1.4.0 is

      Bei einem System der Serie 800 geben Sie die neue Hardwareadresse Ihrer Root-Platte ein, und starten Sie das System. Beispiel: Wenn die neue Hardwareadresse 52.1 lautet, geben Sie den Befehl b 52.1 ein.

      Geben Sie Y auf die Eingabeaufforderung: Interact with IPL? ein. Dadurch wird das Programm “Initial Program Loader” geladen.

    3. Geben Sie den primären Startpfad zu der neuen Hardwareadresse im nichtflüchtigen Speicher ein. Geben Sie hierzu den Befehl primpath auf die Eingabeaufforderung ISL> ein. Das System zeigt anschließend die Aufforderung an, den primären Startpfad einzugeben.

    4. Überprüfen Sie den Inhalt der Datei AUTO mit dem Befehl lsautofl. In dieser Datei sollte jetzt der Eintrag hpux (;0)/stand/vmunix stehen.

    5. Geben Sie den Inhalt der Datei AUTO ein, um Ihr System zu starten. Wenn Sie eine Root-LVM-Platte verschoben haben, rufen Sie den LVM-Wartungsmodus (“LVM maintenance”) mit Hilfe der Option -lm auf.

      Beispiel:

      ISL> hpux boot (;0)/stand/vmunix
      oder
      ISL> hpux -lm boot (;0)/stand/vmunix

      Mit diesem Befehl wird der Systemkern des HP-UX-Systems geladen und die Steuerung an das geladene Gerät übergeben. Beim Starten identifiziert insf alle gefundenen Geräte (einschließlich der verschobenen Platte) und erstellt /dev-Dateien für diese Geräte.

  14. Melden Sie sich an.

  15. Wenn Sie eine LVM-Root-Platte verschoben haben, geben Sie nacheinander die folgenden Befehle aus, um Zugriff auf die Root-Platte an der neuen Position zu bekommen:

    1. Geben Sie den Befehl vgchange ein, um die Root-Datenträgergruppe wieder zu aktivieren.

    2. Geben Sie den Befehl lvlnboot ein, um die logischen Datenträger der Datenträgergruppe anzuzeigen.

    3. Geben Sie den Befehl lvrmboot ein, um die aktuellen Definitionen von root, swap und dump aus dem für Startdaten reservierten Bereich der Platte zu entfernen.

    4. Geben Sie den Befehl lvlnboot ein, um root, swap und dump neu zu definieren. Verwenden Sie die Option -v, um erläuternde Meldungen auf dem Bildschirm anzuzeigen.

    5. Geben Sie den Befehl vgchange ein, um den Root-Datenträger zu inaktivieren.

    6. Starten Sie das System neu.

    Das folgende Beispiel zeigt die Eingabe, wenn “root” als lvol1, “swap” als lvol2 und “dump” als lvol3 definiert ist:

    /usr/sbin/vgchange -a y /dev/vg00
    /usr/sbin/lvlnboot -v
    /usr/sbin/lvrmboot -r /dev/vg00
    /usr/sbin/lvlnboot -r /dev/vg00/lvol1
    /usr/sbin/lvlnboot -s /dev/vg00/lvol2
    /usr/sbin/lvlnboot -d /dev/vg00/lvol3
    /usr/sbin/vgchange -a n /dev/vg00
    /usr/sbin/reboot
  16. Stellen Sie fest, welche Gerätedateien der verschobenen Platte entsprechen. Verwenden Sie hierzu den Befehl /usr/sbin/ioscan -fun -C disk, und suchen Sie nach dem Hardwarepfad der Platte. Notieren Sie den Namen der neuen Blockgerätedatei.

  17. Erstellen Sie eine Sicherungskopie der Datei /etc/fstab:

    cp /etc/fstab /etc/fstab.old
  18. Bearbeiten Sie die Datei /etc/fstab, und geben Sie die Blockgerätedatei der Platte an der neuen Position an.

    Nachdem Sie diesen Schritt durchgeführt haben, liefert die Datei /etc/fstab dem Befehl mount korrekte Informationen. Wenn es sich bei der verschobenen Platte nicht um die Root-Platte handelt, können Sie diese jetzt mit dem Befehl mount einhängen. (Falls die verschobene Platte die Root-Platte ist, wurde sie bereits auf andere Weise eingehängt.)

    /usr/sbin/mount -a
  19. Wenn Ihr System ein NFS-Server ist, hängen Sie die Dateisysteme auf den Client-Systemen wieder ein. Verwenden Sie hierzu den Befehl mount auf den NFS-Client-Systemen.

  20. Aktualisieren Sie alle Softwareanwendungen, die die verschobene Platte verwenden, um sicherzustellen, dass sie auf die neuen Gerätedateien zugreifen. Ausführliche Hinweise hierzu finden Sie in der Dokumentation zu den Anwendungsprogrammen.

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