 |
» |
|
|
 |
Konfigurieren Sie zunächst die Software für
das Betriebssystem. Stoppen Sie ggf. das System, um die erforderliche
Hardware zu installieren. Wenn Sie HP-UX erneut starten,
werden die entsprechenden Treiber automatisch den gefundenen Peripheriegeräten
zugeordnet. Sehen Sie in den Tabellen im Abschnitt „Auswählen
von Gerätetreibern für Ihren Drucker oder Plotter “ nach, welche Treiber im Systemkern
vorhanden sein müssen, damit HP-UX über
die gewünschte Schnittstelle mit dem Drucker kommunizieren
kann. Überprüfen Sie mit /usr/sbin/lsdev -d Druckertreiber, ob der Treiber bereits im Systemkern vorhanden ist.
Ist dies der Fall, sieht die Anzeige ungefähr wie die Folgende
aus (Beispiel für eine parallele Schnittstelle eines Systems
der Serie 700): /usr/sbin/lsdev -d CentIf Character Block Driver Class 216 -1 CentIf ext_bus |
Für die parallele Schnittstelle eines Systems der
Serie 800 wird mit /usr/sbin/lsdev -d lpr2 eine ähnliche Anzeige aufgerufen; die
Major-Nummer für Zeichen lautet jedoch 181. Die Schnittstellenklasse
lautet für die Systeme der Serien 700 und 800 ext_bus. Stellen Sie fest, wie viele zusätzliche
Konfigurationsschritte erforderlich sind. Verwenden Sie hierzu den
Befehl /usr/sbin/ioscan -fn -d Druckertreiber. Wenn die benötigten
Treiber bereits im Systemkern enthalten sind, sieht
die Ausgabe von ioscan bei einem System der Serie 700 ungefähr
so aus: /usr/sbin/ioscan -fn -d CentIf Class I H/W Path Driver S/W State H/W Type Description ============================================================= ext_bus 1 2/0/6 CentIf CLAIMED INTERFACE Built-in Parallel Interface /dev/c1t0d0_lp |
Bei einem System der Serie 800 sieht die Ausgabe von ioscan ungefähr folgendermaßen aus: /usr/sbin/ioscan -fn -d lpr2 Class I H/W Path Driver S/W State H/W Type Description =========================================================== ext_bus 2 56/53 lpr2 CLAIMED INTERFACE HP28655A-Parallel Interface /dev/c2t0d0_lp |
In beiden Fällen sind die Treiber und die Gerätedateien
vorhanden, so dass HP-UX mit dem Drucker kommunizieren
kann. Sie können den Drucker anschließen, ohne
weitere Konfigurationsänderungen am Betriebssystem vorzunehmen
und ohne einen Systemabschluss durchzuführen. Als Nächstes müssen Sie den Drucker-Spooler
konfigurieren, um Druckaufträge an den Drucker oder Plotter
senden zu können. Hinweise hierzu finden Sie im Handbuch Verwalten
von Systemen und Arbeitsgruppen. Wenn einer der erforderlichen statischen
Treiber nicht im Systemkern enthalten ist (z.B. wenn
zur Konfiguration des Druckers auch eine Schnittstellenkarte konfiguriert
werden muss oder wenn Sie für den Drucker eine Schnittstellenkarte
verwenden, die seither nicht für Drucker verwendet wurde),
sieht die Ausgabe von ioscan bei einem System der Serie 800 ungefähr
folgendermaßen aus: /usr/sbin/ioscan -fn Class I H/W Path Driver S/W State H/W Type Description ============================================================================== ext_bus -1 56/53 UNCLAIMED UNKNOWN HP28655A-Parallel Interface
|
Das Feld “Driver” (Treiber) für
die parallele Schnittstelle ist in diesem Beispiel leer, “Class” und “Hardware
Type” sind “unknown” (unbekannt), und
es wird kein Name für die Gerätedatei angezeigt. Falls der Druckertreiber nicht im Systemkern enthalten ist,
müssen Sie den Systemkern neu erstellen, um den Treiber
einzubinden. Gehen Sie hierbei wie folgt vor: Wechseln
Sie in das Verzeichnis /stand/build. Starten Sie in diesem Verzeichnis mit dem folgenden
Befehl das Skript system_prep zur Vorbereitung des Systems. system_prep schreibt eine Systemdatei anhand des aktuellen
Systemkerns in Ihr aktuelles Verzeichnis (im Beispiel unten wird
die Datei /stand/build/system erstellt). Über die Option -v kann während der Ausführung
des Skripts ein Erläuterungstext zu den ausgeführten
Aktionen angezeigt werden. cd /stand/build /usr/lbin/sysadm/system_prep -v -s system |
Bearbeiten Sie die Datei /stand/build/system, und fügen Sie den bzw. die fehlenden
Treiber durch Aufrufen des Befehls kmsystem hinzu. Mit der Option -c Y geben Sie an, dass der Treibername im System zu
konfigurieren ist. Wenn Sie außerdem eine Schnittstellenkarte
hinzufügen, fügen Sie auch den Treiber für
die Schnittstelle hinzu, siehe Kapitel 3, „Konfigurieren
von Schnittstellenkarten“ /usr/sbin/kmsystem -S /stand/build/system -c Y Treibername |
 |  |  |  |  | HINWEIS: Zur Vermeidung von Formatfehlern bearbeiten Sie die
Systembeschreibungsdateien von HP-UX nicht direkt. Verwenden
Sie stattdessen die Befehle kmsystem und kmtune. Diese Befehle sind in Version 11.00 neu; siehe
die Befehle kmsystem(1M) und kmtune(1M) auf
den HP-UX Hilfeseiten. |  |  |  |  |
Geben Sie den Befehl mk_kernel ein, um den Systemkern neu zu erstellen. Dieser
Befehl erstellt den Systemkern /stand/build/vmunix_test, mit dem Sie anschließend die gewünschten
Funktionen testen können. /usr/sbin/mk_kernel -s /stand/build/system |
Sichern Sie die alte Version der Systemdatei, indem
Sie diese an eine andere Position verschieben. Verschieben Sie dann
die neue Systemdatei an die richtige Position. mv /stand/system /stand/system.prev mv /stand/build/system /stand/system |
Bereiten Sie einen erneuten Systemstart durch Aufrufen
des Befehls kmupdate vor. Dadurch wird eine Markierung aktiviert, durch
die das System beim erneuten Starten den neuen Systemkern verwendet. Wenn für die Installation Ihres Druckers
auch die Installation einer EISA/ISA-Karte erforderlich ist, starten
Sie jetzt das Programm eisa_config, und konfigurieren Sie den EISA- bzw. ISA-Bus.
Hinweise hierzu finden Sie in Anhang A, „Konfigurieren
von EISA-Karten“ dieses Handbuchs sowie unter eisa_config(1M) auf den
HP-UX Hilfeseiten.
Sobald die Konfiguration der Software abgeschlossen
ist, benachrichtigen Sie die Benutzer, dass ein Systemabschluss
durchgeführt werden muss, und geben Sie ihnen genügend
Zeit, ihre Daten vorher zu sichern. Führen Sie anschließend
mit dem Befehl /usr/sbin/shutdown -r oder /usr/sbin/reboot einen Systemabschluss durch. Falls Sie eine Schnittstellenkarte installieren müssen,
stoppen Sie das System mit dem Befehl /usr/sbin/shutdown -h oder /usr/sbin/reboot -h). Hinweise hierzu finden Sie unter shutdown(1M) oder reboot(1M) auf
den HP-UX Hilfeseiten. Schalten Sie alle Peripheriegeräte
und anschließend die Systemeinheit
aus. Bauen Sie die Hardware anhand der mit dem Drucker bzw.
der Karte gelieferten Dokumentation ein. Schließen Sie den Drucker an die Karte an. Schließen Sie das Netzkabel des Druckers an,
und schalten Sie den Drucker ein. Stellen Sie die Hardwareschalter für die Druckeradresse
ein. Schließen Sie die Netzkabel der anderen Peripheriegeräte
an, und schalten Sie diese Geräte und anschließend die
Systemeinheit ein.
Beim Starten des Systems mit dem neuen Systemkern erkennt
HP-UX den neuen Drucker und ordnet ihm den entsprechenden
Gerätetreiber zu. In den meisten Fällen erstellt insf die Gerätedateien für die Kommunikation
mit dem Drucker automatisch; in bestimmten Fällen müssen
Sie diese Gerätedateien in einem separaten Arbeitsschritt
erstellen. (Zwei dieser Fälle - Konfigurieren
eines Druckers für einen seriellen Anschluss und Konfigurieren
eines Druckers eines anderen Herstellers an einem parallelen Anschluss - werden
im Anschluss an diesen Abschnitt beschrieben.) In Anhang C, „Major-
und Minor-Nummern“ finden Sie bei Bedarf
Anleitungen zur Verwendung von mknod zum Erstellen von Gerätedateien. Starten Sie /usr/sbin/ioscan -fn -d Druckertreiber noch einmal, und vergewissern Sie sich, dass das
E/A-Subsystem den Drucker erkennt und die erforderlichen Gerätedateien
erstellt wurden. Die Ausgabe sollte ungefähr wie in Schritt 3 beschrieben aussehen. Als Nächstes müssen Sie den Drucker-Spooler
konfigurieren, um Druckaufträge an den Drucker oder Plotter
senden zu können. Hinweise hierzu finden Sie im Handbuch Verwalten
von Systemen und Arbeitsgruppen.
Erstellen
einer Gerätedatei für einen Drucker oder Plotter
an einer seriellen Schnittstelle |  |
Standardmäßig erstellt insf die Gerätedateien für parallele
und SCSI-Anschlüsse; diese Dateien können einem
Drucker oder Plotter einfach zugeordnet werden. Die Namen der Gerätedateien, die insf für serielle Anschlüsse (Anschlüsse,
die von asio0, mux0, mux2und mux4 gesteuert werden) erstellt, werden jedoch eher
mit Terminals als mit Druckern oder Plottern in Verbindung gebracht.
Wenn Sie einen seriellen Anschluss für einen Zeilendrucker
verwenden wollen, sollten Sie eine Gerätedatei mit dem Namen
eines Zeilendruckers erstellen. Stellen Sie mit Hilfe des Befehls ioscan -fn -C tty fest, welche Gerätedatei dem Anschluss
momentan zugeordnet ist. Im folgenden Beispiel hat die Gerätedatei
für Anschluss 3 einen Namen, der dem Format für Gerätenamen
von Terminals und Modems entspricht. /usr/sbin/ioscan -fn -C tty Class I H/W Path Driver S/W State H/W Type Description ================================================================== tty 0 56/56 mux2 CLAIMED INTERFACE MUX /dev/tty0p3 |
Erstellen Sie eine neue Gerätedatei für
den Anschluss, an den Sie den Drucker anschließen wollen.
Verwenden Sie hierzu den Befehl /usr/sbin/mksf, und geben Sie den Gerätetreiber (-d), den Hardwarepfad (-H) und den seriellen Anschluss (-p) an. Geben Sie -l zum Erstellen einer Gerätedatei mit dem
Namen eines Zeilendruckers und -v für den Erläuterungstext an. Mit dem Befehl im folgenden Beispiel wird eine neue Gerätedatei
für den Anschluss 3 mit dem Namen eines Zeilendruckers erstellt: /usr/sbin/mksf -d mux2 -H 56/56 -p3 -l -v making c0p3_lp c 193 0x000300 |
Wenn Ihr Drucker die Hardwaresteuerung (RTS/CTS) verwenden
kann (siehe Druckerhandbuch) und Sie diese Funktion einsetzen wollen,
aktivieren Sie diese Funktion mit dem Befehl mksf und der Option -f. /usr/sbin/mksf -d mux2 -H 56/56 -p3 -f -l -v making c0p3_lp c 193 0x000310 |
Starten Sie /sbin/ioscan -fn erneut, um die neue Gerätedatei anzuzeigen.
Der Name der Gerätedatei ist jetzt mit dem Namen anderer
Gerätedateien für Drucker konsistent. Class I H/W Path Driver S/W State H/W Type Description ================================================================ ... tty 0 56/56 mux2 CLAIMED INTERFACE MUX ... /dev/c0p3_lp
|
Sie können die Merkmale der Datei auch mit den Befehlen /usr/sbin/lssf oder ll (“long listing”) überprüfen. /usr/sbin/lssf /dev/c0p3_lp mux2 card instance 0 port 3 hardwired at address 56/56 /dev/c0p3_lp |
ll /dev/c0p3_lp crw-rw-rw- 1 bin bin 193 0x000300 Mar 16 18:29 /dev/c0p3_lp |
In der Minor-Nummer (0x000300, mit ll angezeigt) sehen Sie, dass die 3 der Anschlussnummer für die mux2-Karte mit der Kartennummer 0 entspricht. Falls Sie die Hardwaresteuerung aktiviert haben, sieht die
Ausgabe ungefähr folgendermaßen aus: /usr/sbin/lssf /dev/c0p3_lp mux2 card instance 0 port 3 hardwired HW flow control at address 56/56 /dev/c0p3_lp ll /dev/c0p3_lp crw-rw-rw- 1 bin bin 193 0x000310 Mar 16 18:29 /dev/c0p3_lp |
In der Minor-Nummer (0x000310, mit ll angezeigt) sehen Sie, dass 3 der Anschlussnummer für die mux2-Karte mit der Kartennummer 0 entspricht, und dass
Bit 27 gesetzt ist. (Die Bitzuordnungen für Minor-Nummern
finden Sie in Anhang C, „Major-
und Minor-Nummern“) Als Nächstes müssen Sie den Drucker-Spooler
konfigurieren, um Druckaufträge an den Drucker oder Plotter
senden zu können. Hinweise hierzu finden Sie im Handbuch Verwalten
von Systemen und Arbeitsgruppen.
Richtlinien
für die Konfiguration eines Nicht-HP Druckers an einer
parallelen Schnittstelle |  |
Die häufigsten Kompatibilitätsprobleme bei
der Konfiguration von Peripheriegeräten anderer Hersteller
an der parallelen Schnittstelle betreffen den Handshake-Modus. Der
Treiber CentIf stellt sechs verschiedene Handshake-Modi für
verschiedene Implementierungen zur Verfügung. Zur Verwendung
dieser Modi müssen Sie eine Gerätedatei erstellen
und dabei bestimmte Bits der Minor-Nummer setzen. Wenn ein Peripheriegerät über den parallelen
Anschluss nicht kommunizieren kann, verwenden Sie als Ausgangspunkt
den Befehl cat und nicht den Befehl lp. Auf diese Weise werden Probleme mit Modellskripts
und lpsched ausgeschlossen. Falls die Kommunikation nicht funktioniert, der
Drucker aber in Ordnung ist, tauschen Sie den Drucker gegen einen HP LaserJet-
oder DeskJet-Drucker aus, und wiederholen Sie den Test. Wenn der
HP Drucker funktioniert, liegt das Problem wahrscheinlich
bei der Handshake-Methode. (Vergewissern Sie sich, dass das Problem
die Kommunikation und nicht die gesendeten Daten betrifft. Wenn
eine ASCII-Datei an einen PostScript-Drucker gesendet wird, meldet
dieser immer einen Fehler.) Tabelle C-3, „Minor-Nummer für ein SCSI-Plattengerät“ zeigt die
Bitzuordnung für den Treiber CentIf. Der Handshake-Modus wird mit den Bits 28-31 wie
folgt kodiert: | 1 | | Handshake mit Signalleitungen nACK und BUSY. | | 2 | | Handshake nur mit Signalleitung BUSY. | | 3 | | Bidirektionales Lesen/Schreiben zur ScanJet-Unterstützung. | | 4 | | Streaming-Modus. Setup = 1 usec, hold = 1 usec.
Dieser Modus wird häufig von Tektronix-Druckern (Phasor und
anderen) verwendet. | | 5 | | Puls-Modus. Ähnlich wie Modus 1, nSTROBE
ist jedoch 1 msec. | | 6 | | Puls-Modus. Ähnlich wie Modus 2, nSTROBE
ist jedoch 1 msec. |
Die Modi 5 und 6 werden zur Behebung von Problemen verwendet,
wenn die Kommunikation im Modus 1 oder 2 blockiert ist. In den Modi
5 und 6 können beispielsweise die Druckerfamilie HP 293x sowie einige Drucker von NEC und Qume verwendet werden. Diese Modi sind nur zur Referenz angegeben.
Die Modi größer als 2 werden für HP Laserjet-Drucker
nicht unterstützt; Sie können jedoch mit Druckern
anderer Hersteller mit diesen Modi experimentieren. Informationen
zur Centronics-Schnittstelle finden Sie auch auf der HP-UX
Hilfeseite cent(7).
|