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HP-UX Konfiguration der Peripheriegeräte: HP 9000 Rechner > Kapitel 8 Konfigurieren von Druckern und Plottern

Konfigurieren eines Druckers mit HP-UX Befehlen

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Technische Dokumentation

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Konfigurieren Sie zunächst die Software für das Betriebssystem. Stoppen Sie ggf. das System, um die erforderliche Hardware zu installieren. Wenn Sie HP-UX erneut starten, werden die entsprechenden Treiber automatisch den gefundenen Peripheriegeräten zugeordnet.

  1. Sehen Sie in den Tabellen im Abschnitt „Auswählen von Gerätetreibern für Ihren Drucker oder Plotter “ nach, welche Treiber im Systemkern vorhanden sein müssen, damit HP-UX über die gewünschte Schnittstelle mit dem Drucker kommunizieren kann.

  2. Überprüfen Sie mit /usr/sbin/lsdev -d Druckertreiber, ob der Treiber bereits im Systemkern vorhanden ist. Ist dies der Fall, sieht die Anzeige ungefähr wie die Folgende aus (Beispiel für eine parallele Schnittstelle eines Systems der Serie 700):

    /usr/sbin/lsdev -d CentIf

    Character Block Driver Class
    216       -1       CentIf          ext_bus


    Für die parallele Schnittstelle eines Systems der Serie 800 wird mit /usr/sbin/lsdev -d lpr2 eine ähnliche Anzeige aufgerufen; die Major-Nummer für Zeichen lautet jedoch 181. Die Schnittstellenklasse lautet für die Systeme der Serien 700 und 800 ext_bus.

  3. Stellen Sie fest, wie viele zusätzliche Konfigurationsschritte erforderlich sind. Verwenden Sie hierzu den Befehl /usr/sbin/ioscan -fn -d Druckertreiber.

    • Wenn die benötigten Treiber bereits im Systemkern enthalten sind, sieht die Ausgabe von ioscan bei einem System der Serie 700 ungefähr so aus:

      /usr/sbin/ioscan -fn -d CentIf

      Class I H/W Path Driver S/W State H/W Type Description
      =============================================================
      ext_bus 1 2/0/6 CentIf  CLAIMED INTERFACE Built-in Parallel Interface
      /dev/c1t0d0_lp

      Bei einem System der Serie 800 sieht die Ausgabe von ioscan ungefähr folgendermaßen aus:

      /usr/sbin/ioscan -fn -d lpr2

      Class I H/W Path Driver S/W State H/W Type Description
      ===========================================================
      ext_bus 2 56/53 lpr2   CLAIMED INTERFACE HP28655A-Parallel Interface
      /dev/c2t0d0_lp

      In beiden Fällen sind die Treiber und die Gerätedateien vorhanden, so dass HP-UX mit dem Drucker kommunizieren kann.

      Sie können den Drucker anschließen, ohne weitere Konfigurationsänderungen am Betriebssystem vorzunehmen und ohne einen Systemabschluss durchzuführen.

      Als Nächstes müssen Sie den Drucker-Spooler konfigurieren, um Druckaufträge an den Drucker oder Plotter senden zu können. Hinweise hierzu finden Sie im Handbuch Verwalten von Systemen und Arbeitsgruppen.

    • Wenn einer der erforderlichen statischen Treiber nicht im Systemkern enthalten ist (z.B. wenn zur Konfiguration des Druckers auch eine Schnittstellenkarte konfiguriert werden muss oder wenn Sie für den Drucker eine Schnittstellenkarte verwenden, die seither nicht für Drucker verwendet wurde), sieht die Ausgabe von ioscan bei einem System der Serie 800 ungefähr folgendermaßen aus:

      /usr/sbin/ioscan -fn

      Class I H/W Path Driver S/W State H/W Type Description
      ==============================================================================
      ext_bus -1 56/53        UNCLAIMED   UNKNOWN    HP28655A-Parallel Interface

      Das Feld “Driver” (Treiber) für die parallele Schnittstelle ist in diesem Beispiel leer, “Class” und “Hardware Type” sind “unknown” (unbekannt), und es wird kein Name für die Gerätedatei angezeigt.

      Falls der Druckertreiber nicht im Systemkern enthalten ist, müssen Sie den Systemkern neu erstellen, um den Treiber einzubinden.

      Gehen Sie hierbei wie folgt vor:

      1. Wechseln Sie in das Verzeichnis /stand/build. Starten Sie in diesem Verzeichnis mit dem folgenden Befehl das Skript system_prep zur Vorbereitung des Systems. system_prep schreibt eine Systemdatei anhand des aktuellen Systemkerns in Ihr aktuelles Verzeichnis (im Beispiel unten wird die Datei /stand/build/system erstellt). Über die Option -v kann während der Ausführung des Skripts ein Erläuterungstext zu den ausgeführten Aktionen angezeigt werden.

        cd /stand/build
        /usr/lbin/sysadm/system_prep -v -s system
      2. Bearbeiten Sie die Datei /stand/build/system, und fügen Sie den bzw. die fehlenden Treiber durch Aufrufen des Befehls kmsystem hinzu. Mit der Option -c Y geben Sie an, dass der Treibername im System zu konfigurieren ist. Wenn Sie außerdem eine Schnittstellenkarte hinzufügen, fügen Sie auch den Treiber für die Schnittstelle hinzu, siehe Kapitel 3, „Konfigurieren von Schnittstellenkarten“

        /usr/sbin/kmsystem -S /stand/build/system -c Y Treibername

        HINWEIS: Zur Vermeidung von Formatfehlern bearbeiten Sie die Systembeschreibungsdateien von HP-UX nicht direkt. Verwenden Sie stattdessen die Befehle kmsystem und kmtune. Diese Befehle sind in Version 11.00 neu; siehe die Befehle kmsystem(1M) und kmtune(1M) auf den HP-UX Hilfeseiten.
      3. Geben Sie den Befehl mk_kernel ein, um den Systemkern neu zu erstellen. Dieser Befehl erstellt den Systemkern /stand/build/vmunix_test, mit dem Sie anschließend die gewünschten Funktionen testen können.

        /usr/sbin/mk_kernel -s /stand/build/system
      4. Sichern Sie die alte Version der Systemdatei, indem Sie diese an eine andere Position verschieben. Verschieben Sie dann die neue Systemdatei an die richtige Position.

        mv /stand/system /stand/system.prev
        mv /stand/build/system /stand/system
      5. Bereiten Sie einen erneuten Systemstart durch Aufrufen des Befehls kmupdate vor. Dadurch wird eine Markierung aktiviert, durch die das System beim erneuten Starten den neuen Systemkern verwendet.

        /usr/sbin/kmupdate
      6. Wenn für die Installation Ihres Druckers auch die Installation einer EISA/ISA-Karte erforderlich ist, starten Sie jetzt das Programm eisa_config, und konfigurieren Sie den EISA- bzw. ISA-Bus. Hinweise hierzu finden Sie in Anhang A, „Konfigurieren von EISA-Karten“ dieses Handbuchs sowie unter eisa_config(1M) auf den HP-UX Hilfeseiten.

  4. Sobald die Konfiguration der Software abgeschlossen ist, benachrichtigen Sie die Benutzer, dass ein Systemabschluss durchgeführt werden muss, und geben Sie ihnen genügend Zeit, ihre Daten vorher zu sichern. Führen Sie anschließend mit dem Befehl /usr/sbin/shutdown -r oder /usr/sbin/reboot einen Systemabschluss durch.

    Falls Sie eine Schnittstellenkarte installieren müssen, stoppen Sie das System mit dem Befehl /usr/sbin/shutdown -h oder /usr/sbin/reboot -h). Hinweise hierzu finden Sie unter shutdown(1M) oder reboot(1M) auf den HP-UX Hilfeseiten.

    1. Schalten Sie alle Peripheriegeräte und anschließend die Systemeinheit aus.

    2. Bauen Sie die Hardware anhand der mit dem Drucker bzw. der Karte gelieferten Dokumentation ein.

    3. Schließen Sie den Drucker an die Karte an.

    4. Schließen Sie das Netzkabel des Druckers an, und schalten Sie den Drucker ein.

    5. Stellen Sie die Hardwareschalter für die Druckeradresse ein.

    6. Schließen Sie die Netzkabel der anderen Peripheriegeräte an, und schalten Sie diese Geräte und anschließend die Systemeinheit ein.

    Beim Starten des Systems mit dem neuen Systemkern erkennt HP-UX den neuen Drucker und ordnet ihm den entsprechenden Gerätetreiber zu.

    In den meisten Fällen erstellt insf die Gerätedateien für die Kommunikation mit dem Drucker automatisch; in bestimmten Fällen müssen Sie diese Gerätedateien in einem separaten Arbeitsschritt erstellen. (Zwei dieser Fälle - Konfigurieren eines Druckers für einen seriellen Anschluss und Konfigurieren eines Druckers eines anderen Herstellers an einem parallelen Anschluss - werden im Anschluss an diesen Abschnitt beschrieben.) In Anhang C, „Major- und Minor-Nummern“ finden Sie bei Bedarf Anleitungen zur Verwendung von mknod zum Erstellen von Gerätedateien.

  5. Starten Sie /usr/sbin/ioscan -fn -d Druckertreiber noch einmal, und vergewissern Sie sich, dass das E/A-Subsystem den Drucker erkennt und die erforderlichen Gerätedateien erstellt wurden. Die Ausgabe sollte ungefähr wie in Schritt 3 beschrieben aussehen.

    Als Nächstes müssen Sie den Drucker-Spooler konfigurieren, um Druckaufträge an den Drucker oder Plotter senden zu können. Hinweise hierzu finden Sie im Handbuch Verwalten von Systemen und Arbeitsgruppen.

Erstellen einer Gerätedatei für einen Drucker oder Plotter an einer seriellen Schnittstelle

Standardmäßig erstellt insf die Gerätedateien für parallele und SCSI-Anschlüsse; diese Dateien können einem Drucker oder Plotter einfach zugeordnet werden.

Die Namen der Gerätedateien, die insf für serielle Anschlüsse (Anschlüsse, die von asio0, mux0, mux2und mux4 gesteuert werden) erstellt, werden jedoch eher mit Terminals als mit Druckern oder Plottern in Verbindung gebracht. Wenn Sie einen seriellen Anschluss für einen Zeilendrucker verwenden wollen, sollten Sie eine Gerätedatei mit dem Namen eines Zeilendruckers erstellen.

  1. Stellen Sie mit Hilfe des Befehls ioscan -fn -C tty fest, welche Gerätedatei dem Anschluss momentan zugeordnet ist. Im folgenden Beispiel hat die Gerätedatei für Anschluss 3 einen Namen, der dem Format für Gerätenamen von Terminals und Modems entspricht.

    /usr/sbin/ioscan -fn -C tty

    Class I H/W Path Driver S/W State H/W Type Description
    ==================================================================
    tty 0 56/56 mux2 CLAIMED INTERFACE   MUX
    /dev/tty0p3
  2. Erstellen Sie eine neue Gerätedatei für den Anschluss, an den Sie den Drucker anschließen wollen. Verwenden Sie hierzu den Befehl /usr/sbin/mksf, und geben Sie den Gerätetreiber (-d), den Hardwarepfad (-H) und den seriellen Anschluss (-p) an. Geben Sie -l zum Erstellen einer Gerätedatei mit dem Namen eines Zeilendruckers und -v für den Erläuterungstext an.

    Mit dem Befehl im folgenden Beispiel wird eine neue Gerätedatei für den Anschluss 3 mit dem Namen eines Zeilendruckers erstellt:

    /usr/sbin/mksf -d mux2 -H 56/56 -p3 -l -v
    making c0p3_lp c 193 0x000300

    Wenn Ihr Drucker die Hardwaresteuerung (RTS/CTS) verwenden kann (siehe Druckerhandbuch) und Sie diese Funktion einsetzen wollen, aktivieren Sie diese Funktion mit dem Befehl mksf und der Option -f.

    /usr/sbin/mksf -d mux2 -H 56/56 -p3 -f -l -v
    making c0p3_lp c 193 0x000310
  3. Starten Sie /sbin/ioscan -fn erneut, um die neue Gerätedatei anzuzeigen. Der Name der Gerätedatei ist jetzt mit dem Namen anderer Gerätedateien für Drucker konsistent.

    Class    I  H/W Path   Driver  S/W State  H/W Type   Description
    ================================================================
    ...
    tty      0  56/56      mux2    CLAIMED   INTERFACE   MUX
    ...                     /dev/c0p3_lp

    Sie können die Merkmale der Datei auch mit den Befehlen /usr/sbin/lssf oder ll (“long listing”) überprüfen.

    /usr/sbin/lssf /dev/c0p3_lp
    mux2 card instance 0 port 3 hardwired at address 56/56 /dev/c0p3_lp
    ll /dev/c0p3_lp
    crw-rw-rw- 1 bin   bin     193 0x000300 Mar 16 18:29 /dev/c0p3_lp

    In der Minor-Nummer (0x000300, mit ll angezeigt) sehen Sie, dass die 3 der Anschlussnummer für die mux2-Karte mit der Kartennummer 0 entspricht.

    Falls Sie die Hardwaresteuerung aktiviert haben, sieht die Ausgabe ungefähr folgendermaßen aus:

    /usr/sbin/lssf /dev/c0p3_lp
    mux2 card instance 0 port 3 hardwired HW flow control
    at address 56/56 /dev/c0p3_lp
    ll /dev/c0p3_lp
    crw-rw-rw- 1 bin bin 193 0x000310 Mar 16 18:29 /dev/c0p3_lp

    In der Minor-Nummer (0x000310, mit ll angezeigt) sehen Sie, dass 3 der Anschlussnummer für die mux2-Karte mit der Kartennummer 0 entspricht, und dass Bit 27 gesetzt ist. (Die Bitzuordnungen für Minor-Nummern finden Sie in Anhang C, „Major- und Minor-Nummern“)

    Als Nächstes müssen Sie den Drucker-Spooler konfigurieren, um Druckaufträge an den Drucker oder Plotter senden zu können. Hinweise hierzu finden Sie im Handbuch Verwalten von Systemen und Arbeitsgruppen.

Richtlinien für die Konfiguration eines Nicht-HP Druckers an einer parallelen Schnittstelle

Die häufigsten Kompatibilitätsprobleme bei der Konfiguration von Peripheriegeräten anderer Hersteller an der parallelen Schnittstelle betreffen den Handshake-Modus. Der Treiber CentIf stellt sechs verschiedene Handshake-Modi für verschiedene Implementierungen zur Verfügung. Zur Verwendung dieser Modi müssen Sie eine Gerätedatei erstellen und dabei bestimmte Bits der Minor-Nummer setzen.

Wenn ein Peripheriegerät über den parallelen Anschluss nicht kommunizieren kann, verwenden Sie als Ausgangspunkt den Befehl cat und nicht den Befehl lp. Auf diese Weise werden Probleme mit Modellskripts und lpsched ausgeschlossen. Falls die Kommunikation nicht funktioniert, der Drucker aber in Ordnung ist, tauschen Sie den Drucker gegen einen HP LaserJet- oder DeskJet-Drucker aus, und wiederholen Sie den Test. Wenn der HP Drucker funktioniert, liegt das Problem wahrscheinlich bei der Handshake-Methode. (Vergewissern Sie sich, dass das Problem die Kommunikation und nicht die gesendeten Daten betrifft. Wenn eine ASCII-Datei an einen PostScript-Drucker gesendet wird, meldet dieser immer einen Fehler.)

Tabelle C-3, „Minor-Nummer für ein SCSI-Plattengerät“ zeigt die Bitzuordnung für den Treiber CentIf. Der Handshake-Modus wird mit den Bits 28-31 wie folgt kodiert:

1 

Handshake mit Signalleitungen nACK und BUSY.

2 

Handshake nur mit Signalleitung BUSY.

3 

Bidirektionales Lesen/Schreiben zur ScanJet-Unterstützung.

4 

Streaming-Modus. Setup = 1 usec, hold = 1 usec. Dieser Modus wird häufig von Tektronix-Druckern (Phasor und anderen) verwendet.

5 

Puls-Modus. Ähnlich wie Modus 1, nSTROBE ist jedoch 1 msec.

6 

Puls-Modus. Ähnlich wie Modus 2, nSTROBE ist jedoch 1 msec.

Die Modi 5 und 6 werden zur Behebung von Problemen verwendet, wenn die Kommunikation im Modus 1 oder 2 blockiert ist. In den Modi 5 und 6 können beispielsweise die Druckerfamilie HP 293x sowie einige Drucker von NEC und Qume verwendet werden.

Diese Modi sind nur zur Referenz angegeben. Die Modi größer als 2 werden für HP Laserjet-Drucker nicht unterstützt; Sie können jedoch mit Druckern anderer Hersteller mit diesen Modi experimentieren. Informationen zur Centronics-Schnittstelle finden Sie auch auf der HP-UX Hilfeseite cent(7).

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