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Die einfachste Möglichkeit, eine unterbrechungsfreie
Stromversorgung zu konfigurieren, ist die Verwendung von SAM (/usr/sbin/sam). Wenn SAM auf Ihrem System nicht geladen ist
oder Sie lieber die Befehlszeile verwenden, folgen Sie diesen Anleitungen.
Machen Sie sich mit den Anleitungen vertraut, bevor Sie die Konfiguration
durchführen. Sehen Sie in Tabelle 9-2, „Konfigurationsvoraussetzungen für USV“ nach, welche Treiber und Schnittstellenkarten
der spezifischen Plattform zugeordnet sind, für die Sie
die USV konfigurieren wollen. In fast allen Fällen ist
der von der USV verwendete Treiber bereits im Systemkern enthalten. Starten Sie ioscan für die Klasse tty, um den für die USV verfügbaren Hardwarepfad,
die Treiber und die Gerätedateien anzuzeigen. Die Ausgabe
sollte ungefähr folgendermaßen aussehen: /usr/sbin/ioscan -fun -C tty Class I H/W Path Driver S/W State H/W Type Description ================================================================ tty 0 56.0 mux4 CLAIMED INTERFACE /dev/tty0p0 /dev/tty0p1 |
In diesem vereinfachten Beispiel für einen Rechner
Modell 887 ist die Multiplexer-Karte in Steckplatz 14 (H/W-Pfad dividiert durch 4) installiert und an den Treiber mux4 gebunden. Die Gerätedateien /dev/tty0p0 und /dev/tty0p1 stehen zur Verfügung. Wenn ein MDP oder
DDP am MUX-Anschluss installiert ist, zeigt ioscan die Gerätedateien für alle verfügbaren
Anschlüsse an. Bei Auslieferung ist die Konsole für Anschluss 0 konfiguriert. Die Datei /dev/console entspricht /dev/tty0p0. Im Beispiel wird also Anschluss 1 (dargestellt
durch /dev/tty0p1) für die USV verwendet. Bearbeiten Sie die Datei /etc/inittab, um den Prozess zur USV-Überwachung beim
Systemstart zu aktivieren: Entfernen Sie das Kommentarzeichen (#) vom USV-Eintrag (ups). Vergewissern Sie sich,
dass der Eintrag ups nach dem Eintrag /sbin/rc erscheint, damit ups_mond nach dem Prozess für das Systemprotokoll (syslogd) gestartet wird. Die USV-Überwachung
wird mit Echtzeit-Priorität gestartet und ist daher auch
dann kaum langsamer, wenn die Systembelastung stark ansteigt. ups :respawn:rtprio 0 /usr/lbin/ups_mond -f /etc/ups_conf |
Fügen Sie ein Kommentarzeichen (#) vor dem getty-Eintrag für den von der USV verwendeten
Anschluss ein. Beispiel: #ttp1:2:respawn:/usr/sbin/getty -h tty0p1 9600 |
Bearbeiten Sie die Datei /etc/ups_conf, und passen Sie die USV-Konfiguration an Ihr System
an. Die Datei etc/ups_conf teilt dem Prozess zur Überwachung (/usr/lbin/ups_mond) mit, welche Anschlüsse überwacht werden
sollen und wie auf den USV-Status zu reagieren ist. Das erforderliche
Format für diese Einträge und die verfügbaren
Optionen sind auf der HP-UX Hilfeseite ups_conf(4) beschrieben.
Weitere Informationen finden Sie im folgenden Beispiel. shutdown_delay_mins:1 shutdown_timeout_mins:5 upstty:/dev/tty0p1 upstty:/dev/tty0p2:MSG_ONLY |
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Beachten Sie die folgenden Richtlinien bezüglich
der Einstellung von shutdown_delay_mins und shutdown_timeout_mins in der Datei /etc/ups_conf, um sicherzustellen, dass die USV in Ihrem System richtig
funktioniert: shutdown_delay_mins (Standard: 1 Minute) ist die Dauer in Minuten
von der Feststellung eines Stromausfalls bis zum Starten des Befehls shutdown -h durch HP-UX. Vergrößern
Sie diesen Wert, wenn in Ihrer Umgebung häufig Stromausfälle
von mehr als einer Minute auftreten und Sie damit rechnen, dass
die Stromversorgung nach kurzer Zeit wiederhergestellt sein wird. Geben Sie für shutdown_delay_mins bei großen Systemen keinen Wert größer
als neun Minuten an, um sicherzugehen, dass
der Systemabschluss vollständig ausgeführt werden
kann. HP gewährleistet eine Überbrückung
der Stromversorgung für bis zu 15 Minuten; bei großen
Systemen kann der Systemabschluss einschließlich der Wartefrist (1 Minute) bis zu sechs Minuten dauern. Deshalb
darf der Wert für shutdown_delay_mins nicht mehr als fünfzehn minus sechs (oder
neun Minuten) betragen, um sicherzustellen, dass die USV das System
während der gesamten Operation mit Strom versorgt. shutdown_timeout_mins (Standard: fünf Minuten) ist die Dauer in
Minuten, die für den Befehl shutdown -h voraussichtlich benötigt wird. Die USV
beendet die Stromversorgung eine Minute nach Ablauf dieser Dauer.
Wenn shutdown nicht im angegebenen Zeitraum beendet wird, führt
der USV-Überwachungsprozess einen Systemabschluss mit dem
Befehl reboot -h durch. Vergrößern Sie den Wert für shutdown_timeout_mins, wenn shutdown einschließlich der Wartefrist von einer
Minute länger als fünf Minuten dauert. Verringern Sie den Wert für shutdown_timeout_mins, wenn shutdown weniger als fünf Minuten dauert. Bei
kleineren Systemen kann dies von Vorteil sein.
 |  |  |  |  | ACHTUNG: Sie müssen die in shutdown_timeout_mins angegebene Dauer abwarten, bevor Sie die Systemeinheit
ausschalten; dabei spielt es keine Rolle, ob die Stromversorgung
wieder intakt ist oder nicht. Sobald die USV aktiviert wurde, schaltet
sich die USV nach der angegebenen Dauer aus. |  |  |  |  |
Wenn
Sie mehrere USV-Einheiten konfigurieren, geben Sie die zugehörigen
Gerätedateien in getrennten Zeilen in der Reihenfolge ihrer Priorität
an. Vergewissern Sie sich, dass die wichtigste USV (für
die Systemeinheit) als erste aufgeführt ist. Wenn eine USV Peripheriegeräte und externe
Bus-Erweiterungen absichert, sollte sie bei einem Stromausfall Meldungen
senden und protokollieren, jedoch keinen Systemabschluss initiieren.
Geben Sie in diesem Fall für den upstty-Eintrag dieser USV den Wert MSG_ONLY an. (Innerhalb von SAM wird MSG_ONLY als “noncritical operation” bezeichnet.) Drucken Sie die Datei /etc/ups_conf aus, so dass Sie bei der Verkabelung der USV-Hardware
darauf zurückgreifen können. Vergewissern Sie
sich, dass die upstty zugeordneten Gerätedateien mit den von
der USV verwendeten übereinstimmen. Beispiel: upstty:/dev/tty0p1 gibt an, dass die USV mit dem zweiten Anschluss
(p1) eines RS-232 MDP verbunden ist, der wiederum
an die Schnittstellenkarte mit der Kartennummer 0 angeschlossen ist.
Führen Sie einen Systemabschluss (mit shutdown -h) durch, und schalten Sie das System aus. Installieren
Sie die USV-Hardware anhand der Anleitungen in der Hardwaredokumentation.
Im Abschnitt „Richtlinien
zur Verkabelung“ finden
Sie weitere Informationen zur Verkabelung. Schalten Sie die Peripheriegeräte, PowerTrust
und anschließend die Systemeinheit ein. Beim Systemstart
konfiguriert HP-UX alle angeschlossenen Komponenten. Alle
an die USV angeschlossenen Komponenten werden gegen einen plötzlichen
Stromausfall abgesichert.
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