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HP Integrity Virtual Machines: Installation, Konfiguration und Verwaltung > Kapitel 3 Erstellen von virtuellen SystemenAngeben der Merkmale virtueller Systeme |
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Wenn Sie ein neues virtuelles System erstellen, geben Sie seine Merkmale an. Später können Sie die Merkmale des virtuellen Systems ändern. Die Merkmale eines virtuellen Systems werden in Tabelle 3–1 aufgeführt. Sie können mithilfe der folgenden Befehle ein virtuelles System erstellen:
Nachdem Sie ein virtuelles System erstellt haben, können Sie dieses mithilfe des Befehls hpvmmodify ändern. Für alle diese Befehle gelten die gleichen Optionen zum Angeben der Merkmale virtueller Systeme. Alle Optionen und Merkmale werden weiter unten in diesem Kapitel ausführlicher beschrieben. Tabelle 3-1 Merkmale eines virtuellen Integrity-Systems
Über die Option -p VM_Name des Befehls hpvmcreate können Sie den Namen des neuen virtuellen Systems angeben. Diese Option ist erforderlich. Im folgenden Beispiel erhält das neue virtuelle System den Namen compass1:
Der Name eines virtuellen Systems kann aus bis zu 256 alphanumerischen Zeichen bestehen. Damit Remotekonsolenzugriff auf das Gastsystem bereitgestellt werden kann, muss dieses einen gültigen UNIX-Kontonamen haben (maximal acht Zeichen ohne die ungültigen Zeichen Doppelpunkt (:) und umgekehrter Schrägstrich (\)). Weitere Informationen zu HP-UX-Kontonamen finden Sie unter password(1M). Weitere Informationen zum Einrichten von Remotekonsolenzugriff auf das Gastsystem finden Sie unter „Verwenden der virtuellen Konsole“. Über die Option -o Betriebssystemtyp des Befehls hpvmcreate können Sie den Typ des Betriebssystems angeben, das auf dem virtuellen System ausgeführt wird. Diese Option ist nicht erforderlich. Geben Sie für Betriebssystemtyp einen der folgenden Werte an:
Wenn Sie den Betriebssystemtyp nicht angeben, wird dieser standardmäßig auf UNKNOWN (Unbekannt) festgelegt. Wenn Sie das Betriebssystem installieren, wird dieser Wert in der Konfigurationsdatei des Gastsystems automatisch auf den entsprechenden Betriebssystemtyp festgelegt. Im folgenden Beispiel wird das virtuelle System compass1 als ein HP-UX-Gastsystem angegeben:
Weitere Informationen zum Erstellen von HP-UX-Gastsystemen finden Sie unter Kapitel 4. Weitere Informationen zum Erstellen von Windows-Gastsystemen finden Sie unter Kapitel 5. Wenn die Ausführung eines Gastsystems von der Computerkonsole an das Betriebssystem übertragen wird, wird der Betriebssystemtyp erkannt. Wenn sich der Betriebssystemtyp von den Informationen in der Konfigurationsdatei des Gastsystems unterscheidet, wird diese automatisch aktualisiert, damit sie das aktuelle Betriebssystem angibt. Über die Option -c Anzahl_vCPUs des Befehls hpvmcreate können Sie die Anzahl der virtuellen CPUs (vCPUs) angeben, die das virtuelle System verwenden kann. Wenn Sie die Anzahl der vCPUs nicht angeben, wird der Standardwert 1 verwendet. Wenn Sie das neue virtuelle System compass1 z. B. auf zwei vCPUs festlegen möchten, geben Sie den folgenden Befehl ein:
Jedes virtuelle System verfügt über mindestens eine vCPU. Ein virtuelles System kann nicht mehr vCPUs als die Anzahl der physischen CPUs auf dem VM Host-System verwenden. (In diesem Zusammenhang bezieht sich der Begriff „physische CPU“ auf eine Verarbeitungseinheit, auf der ein Softwarethread terminiert werden kann). Integrity VM ermöglicht das Erstellen eines virtuellen Systems mit einer größeren Anzahl von vCPUs als der Anzahl der physischen CPUs auf dem VM Host-System. Es werden Warnmeldungen angezeigt, wenn eine nicht ausreichende Anzahl physischer CPUs zum Ausführen des virtuellen Systems vorhanden ist. Durch diese Funktion können Sie virtuelle Systeme für zukünftige Konfigurationen erstellen. Das virtuelle System darf jedoch nicht auf einem VM Host-System gestartet werden, das nicht über eine ausreichende Anzahl physischer CPUs verfügt. Verwenden Sie die Option -e oder -E, um die CPU-Berechtigung des virtuellen Systems anzugeben. Die CPU-Berechtigung des virtuellen Systems ist die Mindestverarbeitungsleistung, die dem virtuellen System von jeder virtuellen CPU garantiert wird. Wenn Sie ein virtuelles System erstellen, können Sie die Option -e verwenden, um die CPU-Berechtigung als einen Prozentwert zwischen 5% und 100% anzugeben. Wenn Sie die Berechtigung nicht festlegen, wird dem virtuellen System standardmäßig ein Wert von 10% zugeordnet. Als Alternative können Sie die CPU-Berechtigung mithilfe der Option -E als Anzahl der CPU-Taktzyklen pro Sekunde angeben, die jeder vCPU im virtuellen System garantiert werden soll. Geben Sie z. B. eine Berechtigung von 20% für das neue virtuelle System „compass1“ an, indem Sie den folgenden Befehl eingeben:
Wenn das virtuelle System gestartet wird, stellt der VM Host sicher, dass jedem ausgeführten virtuellen System entsprechend seiner Berechtigung genügend Verarbeitungsleistung zur Verfügung steht. In virtuellen Systemen mit mehreren virtuellen CPUs wird die CPU-Berechtigung allen vCPUs in der Konfiguration des virtuellen Systems garantiert. Wenn ein virtuelles System z. B. über vier vCPUs verfügt, und die Berechtigung ist auf 12% festgelegt, stellt der VM Host sicher, dass die Entsprechung von mindestens 48% der Verarbeitungsleistung einer physischen CPU diesem virtuellen System zur Verfügung steht. Zur Gesamtverarbeitungsleistung des virtuellen Systems können so viele physische Prozessoren beitragen, wie das virtuelle System vCPUs besitzt. Damit mehrere virtuelle Systeme gleichzeitig ausgeführt werden können, stellen Sie sicher, dass die Berechtigung jedes einzelnen virtuellen Systems nicht verhindert, dass die anderen Systeme ausreichende Prozessorressourcen belegen können. Die Summe aller Berechtigungen für alle aktiven virtuellen Systeme darf pro physischem Prozessor nicht mehr als 100% betragen. Wenn die verfügbaren Prozessorressourcen nicht ausreichend sind, ist ein Start des virtuellen Systems nicht zulässig. Entsprechende Fehlermeldungen weisen auf dieses Problem hin. Ein aktives virtuelles System, dem im Hostsystem ausreichend Verarbeitungsleistung zur Verfügung steht, kann mehr CPU-Leistung erhalten als ihm gemäß seiner CPU-Berechtigung zusteht. Wenn mehrere Gastsysteme gleichzeitig mit Verarbeitungsleistung versorgt werden müssen (auf einem VM Host-System mit ausgelasteten virtuellen Systemen), steht jedem virtuellen System maximal die Verarbeitungsleistung zur Verfügung, die seiner CPU-Berechtigung entspricht. Über die Option -r Kapazität des Befehls hpvmcreate können Sie virtuelle Speicherkapazität (in GB oder MB) angeben, die dem Gastsystem zugeordnet werden soll. Wenn Sie die Speicherzuordnung nicht angeben, wird der Standardwert 3 GB verwendet. Geben Sie zum Zuweisen von drei GB zum virtuellen System „compass1“ z. B. den folgenden Befehl ein:
Die zugeordnete Gesamtkapazität setzt sich aus folgenden Kapazitäten zusammen:
Die Speicherkapazität muss mindestens der Summe der beiden oben genannten Kapazitäten entsprechen. Wenn in der aktuellen Konfiguration nicht ausreichend Speicher zur Verfügung steht, gibt Integrity VM zwar eine Warnung aus, aber die Erstellung des virtuellen Systems wird dennoch zugelassen. Auf diese Weise können Sie virtuelle Systeme für zukünftige Konfigurationen erstellen. Beim Start des virtuellen Systems sorgt der VM Host dafür, dass ausreichend Speicherkapazität zum Ausführen des virtuellen Systems vorhanden ist. Neben der von Ihnen für das virtuelle System angegebenen Speicherkapazität benötigt der VM Host noch eine bestimmte freie Speicherkapazität zum Starten des Gastbetriebssystems. Die den aktiven Gastsystemen zugeordnete Speicherkapazität darf nicht höher sein als die Differenz aus physischer Speicherkapazität und der vom VM Host für sein Betriebssystem und Verwaltungsfunktionen genutzten Kapazität. Weitere Informationen zu den Speicheranforderungen des VM Hosts finden Sie unter „Installationsanforderungen“. Über die Option -a des Befehls hpvmcreate können Sie dem virtuellen System Netzwerk- und Speichergeräte zuweisen. Der VM Host stellt die Geräte für das virtuelle System als „virtuelle Geräte“ dar. Sie geben das physische Gerät an, das dem virtuellen Gerät zugeordnet werden soll, und den Namen des virtuellen Geräts, den das virtuelle System für den Zugriff auf das Gerät verwendet. Die folgenden Abschnitte geben kurze Anweisungen zum Erstellen virtueller Netzwerkgeräte und virtueller Speichergeräte. Das virtuelle Netzwerk des Gastsystems besteht aus folgenden Komponenten:
Damit virtuelle Systeme mit anderen virtuellen Systemen oder mit Systemen außerhalb des VM Host-Systems kommunizieren können, muss das Netzwerk jedes virtuellen Systems einem virtuellen Switch (vswitch) zugeordnet sein. Wenn Sie ein virtuelles System ohne vswitch starten, verfügt das virtuelle System über keinen Kanal für die Netzwerkkommunikation. Ein virtueller Switch funktioniert wie eine physische Netzwerkschnittstellenkarte (pNIC), die Datenverkehr von einem oder mehreren virtuellen Systemen empfängt und an einen zugeordneten Anschluss leitet. Virtuelle Switches können einem pNIC des VM Hosts zugeordnet werden oder als lokale Switches der virtuellen Systeme des VM Hosts ein dediziertes Netzwerk zwischen Gastsystemen bereitstellen. Integrity VM erstellt immer einen virtuellen Switch mit dem Namen localnet (lokales Netz). Dieses Netzwerk ist keiner physischen Schnittstelle (pNIC) zugeordnet. Stattdessen wird es ausschließlich für die Kommunikation zwischen den Gastsystemen genutzt, die auf dem gleichen VM Host ausgeführt werden. Der vswitch localnet nutzt weder einen Namensserver noch einen Router, und der VM Host greift nicht auf den virtuellen Switch localnet zu. Weitere Informationen finden Sie unter „Lokale Netzwerke“. Sie können jederzeit vswitches erstellen – vor oder nach dem Erstellen von Gastsystemen, die auf diese vswitches zugreifen. Wenn Sie das virtuelle System vor einem bestimmten virtuellen Switch erstellen, werden Sie durch Warnmeldungen auf bestimmte Probleme hingewiesen. Auf diese Weise können Sie virtuelle Systeme für zukünftige Konfigurationen erstellen. Zum Erstellen von vswitches geben Sie den Befehl hpvmnet -c ein. Beispiel:
Dabei gilt Folgendes:
Zum Starten von vswitches geben Sie den Befehl hpvmnet -c ein. Beispiel:
Verwenden Sie die Option -a des Befehls hpvmcreate, um den vswitch dem virtuellen System compass2 zuzuweisen. Beispiel:
Dabei gilt Folgendes: Hardwareadresse (optional) ist die vNIC PCI-Busnummer, das Gerät und die MAC-Adresse. Dieser Teil des Befehls ist optional. Wenn Sie den betreffenden Bus, das Gerät und die MAC-Adressinformationen auslassen, werden diese für Sie generiert. HP empfiehlt, diese Informationen automatisch generieren zu lassen. Lassen Sie in diesem Fall einfach die Angabe Hardwareadresse in der Befehlszeile aus. Beispiel:
Weitere Informationen zur Verwendung des Befehls hpvmnet finden Sie unter „Erstellen von Vswitches“. Verwenden Sie auf dem Gastsystem Standardbefehle des Betriebssystems bzw. Dienstprogramme, um dem vNIC eine IP-Adresse zuzuordnen, oder verwenden Sie DHCP auf die gleiche Weise wie für einen physisch unabhängigen Computer. Standardmäßig können vswitches gemeinsam verwendet werden; Sie können den gleichen vswitch mehreren virtuellen Systemen zuordnen. Mit Integrity VM A.02.00 oder höher können Sie virtuelle LANs (VLANs) erstellen, über die virtuelle Systeme mit anderen virtuellen Systemen mithilfe des gleichen VLANs kommunizieren können – auf dem gleichen VM Host oder auf anderen VM Host-Systemen. Sie ordnen der VLAN-Portnummer einen vswitch zu und ordnen diesen vswitch dann virtuellen Systemen zu, die in diesem VLAN kommunizieren. Weitere Informationen zu VLANs finden Sie im Handbuch Using HP-UX VLANs (Englisch). Weitere Informationen zum Erstellen und Verwalten von vswitches finden Sie unter Kapitel 7. Beim Erstellen eines virtuellen Systems geben Sie die virtuellen Speichergeräte für dieses System an. Die virtuellen Speichergeräte werden durch physische Geräte auf dem VM Host-System gesichert. Das VM Host-System muss über ausreichende physische Speicherkapazität für den VM Host und für alle virtuellen Systeme verfügen. Wenn Sie ein virtuelles System mit dem Befehl hpvmcreate erstellen, können Sie sowohl die vom virtuellen System erkannten virtuellen Geräte als auch die physischen Hintergrundspeicher auf dem VM Host-System angeben. Über die Option -a können Sie virtuelle Geräte erstellen und dem virtuellen System zuweisen. Beispiel:
Dabei gilt Folgendes:
Der physische Hintergrundspeicher, den Sie einem virtuellen Gerät zuordnen, kann die Leistung des virtuellen Systems beeinträchtigen. Rufen Sie daher über den Befehl ioscan Informationen zur aktuellen Gerätekonfiguration auf dem VM Host-System auf, und versuchen Sie die Arbeitslast der virtuellen Systeme über die physischen Hintergrundspeicher zu verteilen. Wenn mehrere virtuelle Systeme einen physischen Hintergrundspeicher gemeinsam verwenden, sind mögliche Konflikte nicht immer offensichtlich. Wird beispielsweise eine Datei in einem Dateisystem auf dem Medium /dev/dsk/c8t2d0 als Hintergrundspeicher verwendet, kann das unformatierte Medium /dev/dsk/c8t2d0 nicht auch noch als Hintergrundspeicher dienen. Weitere Informationen zum Angeben virtueller Geräte finden Sie unter „Erstellen virtueller Speichergeräte“. Integrity VM überprüft die aktuelle physische Konfiguration, wenn Sie mithilfe des Befehls hpvmcreate ein virtuelles System erstellen. Wenn das virtuelle System Hintergrundspeicher nutzt, die nicht verfügbar sind, werden bei der Erstellung des virtuellen Systems Warnmeldungen mit weiteren Informationen ausgegeben. Wenn Sie den Befehl hpvmstart zum Starten eines virtuellen Systems verwenden, das physische Ressourcen benötigt, die auf dem VM Host-System nicht verfügbar sind, können Sie das virtuelle System nicht starten, und es werden Warnmeldungen mit einer ausführlichen Beschreibung des Problems ausgegeben. Nachdem Sie ein virtuelles System erstellt haben, können Sie mithilfe des Befehls hpvmmodify Speichergeräte für das virtuelle Gerät hinzufügen, entfernen oder ändern. Um ein Gerät einem vorhandenen virtuellen System hinzuzufügen, verwenden Sie die Option -a auf die gleiche Weise wie für einen Befehl hpvmcreate. Der folgende Befehl ändert z. B. das virtuelle Gerät compass1 und fügt ein virtuelles DVD-Gerät hinzu, das vom physischen Plattengerät /c1t1d2 gesichert wird. Die virtuelle Hardwareadresse wird ausgelassen und somit automatisch generiert.
Sie können Speichergeräte ändern, während das virtuelle System ausgeführt wird. Es ist nicht erforderlich, einen Neustart des virtuellen Systems vorzunehmen. Es kann jedoch erforderlich sein, erneut nach Geräten im virtuellen System zu scannen. Einige Geräte müssen für die ausschließliche Nutzung durch den VM Host und die ausschließliche Nutzung durch die einzelnen Gastsysteme reserviert werden (z. B. Startgeräte und Auslagerungsgeräte). Legen Sie reservierte Geräte mithilfe des Befehls hpvmdevmgmt fest. Weitere Informationen zum Freigeben und Reservieren von Geräten finden Sie unter „Reservieren von VM Host-Geräten“. Alle Alternativstartgeräte müssen mit der gleichen Sorgfalt festgelegt werden wie bei physischen Systemen. Wenn das primäre Startgerät aus beliebigen Gründen ausfällt, versucht ein virtuelles System, das auf autoboot festgelegt wurde, das Starten von Geräten in der festgelegten Startreihenfolge durchzuführen, bis eine der Startoptionen erfolgreich ist oder die EFI-Shell erreicht wird. Stellen Sie sicher, dass alle festgelegten Startoptionen und die Startreihenfolge für das Gastsystem geeignet sind. Weitere Informationen zur Einstellung autoboot finden Sie unter Tabelle 3-2. |
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